Nettetal: Maria Germes hat für einige tausend Nettetaler die Löhne gemacht
zuletzt aktualisiert: 19.02.2010Nettetal (RPO). Sie hat für einige tausend Nettetaler einst als Lohnbuchhalterin in der Weberei Weyer + Lenz, dann bei Rokal und zum Schluss bei Niedieck berechnet. Sie schrieb Lohnstreifen und übergab Geld in Lohntüten. Jetzt wird Maria Germes 90 Jahre alt.
Am Samstag, 20. Februar, feiert sie mit den Familien ihrer drei Kinder (sechs Enkel und ein Urenkel) sowie Verwandten, Freunden und Nachbarn ein Geburtstagsfrühstück. Sie wohnt im Haus ihrer Tochter in Büschen 5a. Gegenüber steht ihr Elternhaus, der Bauernhof Funken-Stammen. Sie ist die älteste von drei Schwestern, die sich bis heute oft treffen.
1938 machte Maria Germes an der Liebfrauenschule Mülhausen das Abitur, es folgte die kaufmännische Ausbildung in Mönchengladbach. Beim Reichsarbeitsdienst baute sie Bunker in Großstädten und am Westwall. 1951 heiratete sie ihre Jugendliebe Matthias "This" Germes, Kassenleiter der Gemeinde Hinsbeck. Es war eine Doppelhochzeit, weil auch ihre Schwester Petra heiratete. 1958 baute die Familie sich ein Haus an der Parkstraße 28. Maria Germes blieb stets berufstätig und erlebte dabei viele Schicksale. Das Ende von Weyer + Lenz und der Konkurs von Rokal habe die Menschen hart getroffen, erinnert sie sich.
Maria Germes wurde im vergangenen Jahr vom Kirchenchor Hinsbeck geehrt, dem sie seit 60 Jahren angeghört. Die goldene Ehrenurkunde des Cäcilienverbandes sei ihre erste Auszeichnung gewesen, schmunzelt sie. "Der Kirchenchor war für uns ein Stück Leben. Wir verpassten keine Probe", erinnert sie an die Zeit nach Kriegsende.
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