Nettetal: Mathe-Abi macht Schulen viel Arbeit
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 11.06.2008Nettetal (RPO). Hartmut Esser verbrachte einige Stunden des gestrigen Vormittags am Telefon. Der stellvertretender Schulleiter des Werner-Jaeger-Gymnasiums musste 39 Schüler anrufen. Manche Schüler wussten bereits, worum es ging, andere waren vollkommen ahnungslos. Esser musste nachfragen, ob die Schüler ihre Abiturklausur in Mathematik wiederholen möchten.
Das Schulministerium Nordrhein-Westfalen hatte am Vortag entschieden, den Schülern im Grund- und Leistungskurs diese Möglichkeit zu geben. Anlass für diese Entscheidung waren zwei in die Kritik geratene Aufgaben, die laut Expertenmeinung entweder nur schwer oder gar überhaupt nicht lösbar gewesen sein sollen. Am kommenden Dienstag können nun Schüler ihre Abitur-Klausur in Mathematik nachholen – vorausgesetzt sie mussten eine der beiden Aufgaben lösen.
Am Werner-Jaeger-Gymnasium sind eben 39 Schüler betroffen, 22 im Leistungs- und weitere 17 im Grundkurs. Das Ministerium verpflichtete die Schulen, die Abiturienten über die Möglichkeit der Wiederholung zu informieren. „Das allein macht uns eine enorme Arbeit“, klagt Hartmut Esser, der den Mathe-Leistungskurs selber unterrichtete. Hinzu käme die kurze Korrektur-Zeit. Bereits am nächsten Donnerstag müssten die Ergebnisse der Wiederholungs-Klausur vorliegen. „Wenn zehn Schüler in einem Kurs nachschreiben wollen, ist das kaum zu schaffen“, meint Esser.
Auch Roland Schiefelbein, Leiter der Gesamtschule Nettetal, ist nicht begeistert von der überraschenden und vor allem kurzftistigen Entscheidung aus Düsseldorf. „Die Mängel waren länger bekannt“, sagt er. An seiner Schule ist ein Mathe-Grundkurs betroffen. Auch hier wurden die Teilnehmer gestern von der Schule informiert.
Inwieweit die Abiturienten von dem Angebot Gebrauch machen, konnten beide Schulen gestern noch nicht abschätzen. Ohnehin käme eine Wiederholung wohl nur für Schüler in Frage, die in der Prüfung schlecht abgeschnitten haben. „Andernfalls könnte man sich ja auch verschlechtern“, sagt Esser. Beschwerden über die Aufgaben hatte es von Nettetaler Schülern ohnehin nicht gegeben. „Die Aufgaben waren lösbar“, betont Esser. „Wir müssen jetzt nur ausbaden, dass manche Schulen ihre Schüler nicht richtig vorbereitet haben.“
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