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Nettetal: Mehr Löcher als Straße

VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 10.03.2009

Nettetal (RPO). Im April will die Stadt systematisch die durch den Frost entstandenen Schäden beseitigen. Erstmals müssen sogar Fremdfirmen beauftragt werden. Im Winterdienst haben sich im Bauhof viele Überstunden angesammelt.

Der Frost hat in vielen Nettetaler Straßen Spuren hinterlassen. Die kleine Schlaglochlandschaft gibt es in der Venloer Straße.  Foto: RPO
Der Frost hat in vielen Nettetaler Straßen Spuren hinterlassen. Die kleine Schlaglochlandschaft gibt es in der Venloer Straße. Foto: RPO

Der harte und anhaltende Frost im Januar hat den Straßen im Stadtgebiet erheblich mehr zugesetzt als allgemein erwartet worden war. "Es gibt deutlich mehr Schäden als in vergangenen Jahren", erklärte gestern auf Anfrage der Leiter des Fachbereichs Tiefbau, Ronald van Zanten.

Den Fachleuten war allerdings klar gewesen, dass die Folgen des Winters diesmal nicht "so im Vorübergehen wie in den vorangegangenen Jahren" (van Zanten) beseitigt werden könnten. Nach dem Frost war dessen Wirkung abgewartet worden. Denn erst wenn er ganz aus dem Erdreich abgetaut ist, treten die echten Schäden zutage. Das war auch diesmal so. Nach Angaben des Fachbereichs Tiefbau müssen rund 3000 m2 Straßenoberflächen, denen der Frost zugesetzt hat, repariert werden. Um das zu ermitteln, waren in jüngster Zeit eigens Mitarbeiter unterwegs.

Info

Achtung: Schaden

Straßenschäden Verkehrsteilnehmer können sich zwar auf die Verkehrssicherungspflicht einer Gemeinde berufen. Eine Gemeinde muss nicht sofort handeln.

Urteil Das Landgericht Coburg entschied im Fall einer Radfahrerin, die im Sommer (!) über Frostschäden gestürzt war. Eine Gemeinde müsse Frostaufbrüche nicht sofort und endgültig sanieren, sondern dürfe sie auch provisorisch ausbessern.

Verkehrssicherheit

Betroffen sind Straßen in allen Stadtteilen. Die gröbsten Schäden wurden zunächst provisorisch beseitigt. Mit so genanntem Kalt-asphalt schließen städtische Mitarbeiter die Löcher. Sofern keine Unfallgefahr besteht, besteht kein Anlass zum Handeln. "Die Verkehrssicherheit für Autofahrer ebenso wie für Radfahrer oder Fußgänger steht im Mittelpunkt", unterstrich van Zanten gestern.

Erstmals seit längerer Zeit wird die Stadt diesmal Fremdfirmen mit den Reparaturen beauftragen müssen. Das Volumen beziffert van Zanten mit etwa 60 000 Euro. Das Geld entnimmt er zunächst einmal dem Ansatz für die Straßenunterhaltung. "Ich hoffe, dass wir damit hinkommen und nicht noch nachträglich Geld locker machen müssen", sagt er.

Voraussichtlich im April beginnen die Sanierungsarbeiten. "Wir richten uns dabei nach dem Wetter. Es sollte mindestens fünf Grad und vor allem auch nicht zu feucht sein", erklärte der Tiefbau-Fachmann der Stadt. Je nach Einzelfall werde Heißasphalt oder Splitt aufgetragen. Es sei auch möglich, dass die Straße aufgefräst werde und dann eine neue Deckschicht erhalte. Van Zanten erwartet, dass die Arbeiten etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen werden.

Allerdings gibt es ein zusätzliches Problem zu bewältigen. Bei einem Treffen der Bauhof-Leiter in der vergangenen Woche klagten sich die Teilnehmer gegenseitig ihr Leid: Der Winterdienst hat enorm viele Überstunden auflaufen lassen, die jetzt erst einmal nach und nach abgebaut werden. "Das bedeutet, dass uns die erforderliche man power erst einmal gar nicht zur Verfügung steht. Aber irgendwie werden wir das schon schaffen." Dass der Frost sogar den Unterbau von Straßen angegriffen haben könnte, glaubt der Tiefbauer nicht. Van Zanten hatte vor einiger Zeit berichtet, dass einige Straßen die Grenze der Belastbarkeit erreicht hätten. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP

 
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