Nettetal: Mein erster Schultag
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 11.08.2008Nettetal (RPO). Die Sommerferien sind zu Ende. Und nicht nur für einige Kinder steht jetzt der erste Schultag an. Auch neue Lehrer fiebern dem Start ins neue Schuljahr entgegen. Susanne Theuring etwa ist neu am Werner-Jaeger-Gymnasium.
Der Alptraum von Susanne Theuring sieht so aus: „Heute zu spät zu kommen, wäre wohl das Schlimmste, was passieren könnte“, sagt die 29-Jährige. Heute ist schließlich ihr erster Schultag. Und eine Verspätung wäre besonders peinlich, da ihr doch der Platz ganz vorne am Pult gehört. Susanne Theuring ist Lehrerin und beginnt heute ihren Dienst am Werner-Jaeger-Gymnasium in Lobberich.
Es ist ihre erste Station als Pädagogin. Nach ihrem Studium in Düsseldorf hat sie Ende Januar diesen Jahres auch ihr Referendariat beendet. „Danach war ich noch drei Monate in Südafrika, um dort zu unterrichten“, erzählt sie. Danach begann sie, sich an verschiedenen Schulen in Nordrhein-Westfalen zu bewerben. „Ich wäre gerne an der Schule geblieben, an der ich auch mein Referendariat gemacht habe“, sagt sie. Am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in ihrem Wohnort Duisburg war aber keine Stelle zu besetzen.
Die neuen Lehrer
Werner-Jaeger-Gymnasium Mit Susanne Theuring beginnen drei andere Lehrer heute ihren Dienst.
Gesamtschule Hier beginnen drei neue Lehrer, darunter eine Sonderschullehrerin.
Realschule An der Realschule gibt es keine neuen Lehrer. Im vergangenen Halbjahr hatten zwei Pädagogen neu angefangen.
Sonstige An den Grund- und Hauptschulen Nettetals gibt es keine neuen Lehrer.
Bauchgefühl gab den Ausschlag
Woanders schon. An acht Schulen hat sich Susanne Theuring vorgestellt. „Das sind kleine Prüfungen von zehn Minuten“, erzählt sie. Am Werner-Jaeger-Gymnasium erklärte sie der Kommission, was aus ihrer Sicht einen guten Klassenlehrer ausmache. Dabei überzeugte sie. „Ich habe mich dann auch für diese Schule entschieden“, sagt sie. Das Bauchgefühl habe letztlich den Ausschlag gegeben.
Das war Anfang Juni. Heute nun beginnt ihre Arbeit in Lobberich. „Man ist schon nervös“, räumt sie ein. „Der erste Schultag ist etwas ganz anderes als der erste Schultag als Schüler.“ Geschichte und Biologie wird Susanne Theuring unterrichten. Von der sechsten bis zur elften Klasse ist alles dabei. „Bei den älteren Schülern macht das Besprechen verschiedener Themen mehr Spaß, bei den jüngeren sind die pädagogischen Anforderungen noch höher. Da geht es noch familiärer zu“, glaubt Theuring.
In den Ferien hat sie sich, so gut es ging, auf den Unterrichtsbeginn vorbereitet. „Es gibt feste Kernlehrpläne, an denen man sich orientiert“, erklärt sie. „Ich habe aber auch schon überlegt, mit welchen Themen ich einsteigen könnte.“ Zunächst stehe allerdings eine Bestandsaufnahme an, um zu sehen, auf welchem Stand ihre neuen Schüler sind.
Ihre neuen Kollegen hat sie Ende vergangener Woche schon kennen gelernt. „Das ist ganz gut, dass man die anderen Lehrer jetzt schon mal gesehen hat“, findet sie. Wie sie sich den Schülern vorstellen möchte, hat Susanne Theuring sich dagegen noch nicht überlegt. „Ich glaube, man sollte sich so geben, wie man wirklich ist“, sagt sie. „Nur so lange man als Lehrer authentisch ist, ist man auch ein guter Lehrer.“
Die Gefahr des Zuspätkommens wird sie entschärfen. Susanne Theuring zieht von Duisburg nach Krefeld.
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