Nettetal: Mit HDTV in den Magen
VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 22.04.2010Nettetal (RPO). Mit neuen Endoskopen für die Fachklinik Innere Medizin sowie dem Neubau der Cafeteria nimmt das Städtische Krankenhaus Nettetal Modernisierungen vor. Die Gesamtkosten betragen mehr als eine Million Euro.
Das Städtische Krankenhaus investiert weiter in die Zukunft. Seit Februar wird die Cafeteria neu gebaut. Nun wurde auch die Endoskopieabteilung der Inneren Medizin unter Leitung von Chefarzt Dr. Michael Pauw modernisiert. Die neuen Geräte und verbesserte Ausstattung lässt sich das Krankenhaus rund 470 000 Euro kosten. Möglich wurde die Investition auch durch eine Sonderzuwendung in Höhe von 287 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II.
Die neuen Endoskope sind mit Videotechnik in HDTV-Qualität ausgestattet. Den Begriff kennen viele Bürger aus dem heimischen Wohnzimmer: HDTV steht für "High Definition Television" und bezeichnet eine weitaus höhere Bildauflösung als "normale" Fernsehgeräte.
Diese höhere Auflösung macht sich die Medizin zunutze: Die so erzeugten Bilder von Körperorganen wie Lunge, Magen oder Darm sind viermal so detailreich wie mit einem Standardendoskop. Zudem verfügen sie über die so genannte NBI-Technik.
Blau und Grün als Verstärker
Sie nutzt die Farben Blau und Grün zur Bildverstärkung. Auf diese Weise lassen sich Bereiche mit Lichtreflexen (Schleimhäute) von jenen ohne Reflexion (Blutgefäße) gut differenzieren und mit hohem Kontrast darstellen. Frühe, auch sehr kleine Polypen und Karzinome können mit dieser Technik erkannt und endoskopisch therapiert werden. "Durch diese spezielle Methode werden bösartige Veränderungen der Schleimhaut in einem besonders frühen Stadium erkennbar gemacht", erklärt Pauw.
Zudem wurde neue Medizintechnik im Bereich der Sonographie (Ultraschall) und Endosonographie (Ultraschalluntersuchungen im Inneren des Körpers) angeschafft. Auch die Untersuchungsräume für Magen- oder Darmspiegelungen wurden umgestaltet. Geschäftsführer Jörg Schneider bewertet die Investitionen als wichtigen Schritt, die wohnortnahe Krankenhausversorgung der Bürger zu verbessern: "Wir haben jetzt eine Endoskopieeinheit, die technisch und räumlich keinen Vergleich mit den benachbarten Großkliniken scheuen muss."
Im September soll der Cafeterianeubau seine Pforten öffnen. Damit wolle die Nettetaler Klinik, so erklärt Betriebsleiter Norbert Peffer, für mehr "Wohlfühlatmosphäre" sorgen und das Kantinenimage der alten Cafeteria abstreifen. Bei einer Patientenbefragung der auf Gesundheitsthemen spezialisierten Forschungsgruppe "Metrik" erhielt das Nettetaler Krankenhaus gute Bewertungen – bis auf die Cafeteria. Das soll sich mit dem 725 000 Euro teuren Neubau ändern.
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