Nettetal: Mit Leib und Seele Sportler
VON HEINZ WILLI SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 10.06.2009Nettetal (RPO). Seit 80 Jahren ist Matthias Janßen Mitglied des TSV Kaldenkirchen. Der 89-Jährige gestaltete den Verein
nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich mit. Seine Vereinskameraden ehrten Janßen jetzt für Treue und Verdienste.Als Matthias Janßen neun Jahre alt war, bekam er weiße Schlüffchen, eine schwarze Turnhose und ein Turnhemd. Im Saal Holthausen/Timmermanns (später "Inderhees Jünn") wurde der kleine Matthias von seinem Vater zu Turnstunden angemeldet. Der Vater, so erinnert sich der Kaldenkirchener, gehörte der Bestenriege des Turnvereins an. Der Sohn sollte in seine Fußstapfen treten.
Die Versammlung applaudierte
Könnte er sehen, was Matthias Janßen daraus gemacht hat, er wäre stolz auf seinen Sohn: Heute ist Matthias Janßen 89 Jahre alt und immer noch Sportler, genauer Turner, mit Leib und Seele. Bei der Jahreshauptversammlung des TSV Kaldenkirchen wurde Matthias Janssen für 80 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Seine Vereinskameraden dankten ihm für seine Treue, aber auch für sein unermüdliches Vereinsengagement mit Applaus im Stehen.
Janßens Vereins
TSV Kaldenkirchen 1885/07 Entstanden 1945 aus dem Turnverein 1885 und dem Spielverein 1907
Janßens sportliche Anfänge Seine Vorturner waren Willi Küppers, und Martin Grüters, später Josef Dückers und Fritz Körstgens. In Riege eingeteilt, übten die Jungs an den Geräten.
Matthias Janßen hat es verdient. Schließlich hat er die Entwicklung des TSV Kaldenkirchen nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich mitgestaltet: 1945, bei der Geburtsstunde des TSV, wurde er dessen Geschäftsführer. In dieser Funktion erlebte er die Vorsitzenden Dr. Peter Hubbertz, Matthias Pelters, Gustav Mohr, Josef Borghoff, Heinz Brunell und Dr. Matthias Wieland. 20 Jahre hatte Janßen den Posten inne, bevor er von Heinz-Willi Schmitz abgelöst wurde.
Matthias Janßen gehörte auch zu den Mitgründern der Handballabteilung. Seine drei Söhne spielten zum Teil mit großem Erfolg Handball und legten mit ihrem Können den Grundstock zur Verbandsliga, dem der TSV heute noch angehört.
Ein Freund des Faustballs
Zum 100-jährigen Bestehen des Sportvereins im Jahr 1984 erstellte er die Chronik mit und gestaltete eine sehenswerte Ausstellung. Seit dem Bestehen der Faustballabteilung, die er ebenfalls mitgründete, spielte Matthias Janßen noch bis vor wenigen Jahren jeden Montag mit.
Die Errichtung der Jahnkampfbahn war ein Ereignis, an das sich der Jubilar bis heute gern erinnert. Die Bahn förderte das Interesse der Jugend an der Leichtathletik maßgeblich. Auch Janßen selbst entdeckte eine neue Sportart für sich: "Als die Laufbahn fertig wurde, habe ich mit dem Langstreckenlauf begonnen: 3000 Meter und mehr." Die Begeisterung der Vereinsmitglieder über die Jahnkampfbahn steigerte sich sogar noch, als die Umkleideräume auf dem Sportplatz – heute dienen sie als Geräteschuppen – fertig waren. "Wir schliefen nachts in der Bude, um morgens sehr früh unsere Runden zu drehen", erinnert sich der 89-Jährige. Im September wird Matthias Janßen 90 Jahre alt – "so Gott will". Auf 2010 blickt er mit besonderer Spannung: Dann werden er und seine Frau Elisabeth 65 Jahre verheiratet sein. Das Fest der Eisernen Hochzeit steht vor der Tür.
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