Nettetal: Mobilität ist teuer
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009Nettetal (RPO). Auch die Stadt hat die hohen Treibstoffpreise im vergangenen Jahr verkraften müssen. Etwa 15 Prozent mehr wurden für Benzin und Diesel ausgegeben. Die größte Fahrzeugflotte steht im Bauhof und bei der Feuerwehr.
Kämmerer Norbert Müller hat im vergangenen Jahr an einigen Stellen seines Haushalts mehr Ausgaben zulassen müssen, als ihm lieb sein konnte. Die im Durchschnitt des vergangenen Jahres extrem hohen Preise für Benzin und Diesel sind die Ursache. "Wir sind, wenn man die Zahlen sieht, eigentlich noch mit einem blauen Auge davon gekommen", fasst Pressesprecher Christoph Kamps das Ergebnis für die "über- und außerplanmäßigen Ausgaben" zusammen, soweit sie den Fahrzeugpark der Stadt betreffen.
Im vergangenen Jahr waren die Preise für Diesel und Benzin zeitweilig auf über 1,50 Euro geklettert. Es gab sogar Tage, an denen die sonst um einige Cent günstigeren Dieselpreise mit denen für Benzin gleichzogen. Da die Stadt keine eigene Tankstelle hat – die gibt es nur bei der Stadttochter Stadtwerke – kauft sie Treibstoff an den regulären Zapfsäulen ein.
Was günstiger ist
Carpool Meist fahren Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit ihren privaten Fahrzeugen zu dienstlichen Terminen. Ihnen stehen begrenzt auch Fahrzeuge der Verwaltung zur Verfügung. Ein für den konkreten Termin freies Fahrzeug kann gebucht werden. "Das ist für die Stadt unterm Strich günstiger als die Abrechnung der Fahrtkosten", erklärt Stadtpressesprecher Christoph Kamps.
Die Treibstoffausgaben für den städtischen Bauhof kletterten vergangenes Jahr um etwa 15 Prozent, die nachveranschlagt werden mussten. Dazu kamen aber auch noch höhere Reparaturkosten. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren versucht, so sparsam wie möglich zu wirtschaften. Also wurden Fahrzeuge länger behalten als normalerweise üblich wäre. "Damit steigt natürlich irgendwann die Reparaturanfälligkeit", räumt Kamps ein. Ausrangiert hat die Stadt beispielsweise jetzt einen Anhänger, der muntere 40 Jahre durch Nettetal gerollt ist. Unterwegs sind die Mitarbeiter im Bauhof mit etwa 40 Fahrzeugen. Das sind ein Unimog, ein Lkw, ein Klein-Lastwagen, ein Großschlepper, ein Hubsteiger, 15 Kleinschlepper sowie 20 Pritschen- und Kastenwagen. "Im Wintereinsatz sind diese Fahrzeuge natürlich noch mehr unterwegs als sonst üblich", berichtet der Stadtsprecher. Für Treibstoffe und Reparaturen wurden vergangenes Jahr rund 153 000 Euro ausgegeben.
Keine Angaben kann die Stadt darüber machen, wie sich die Preise auf die Fahrten der Feuerwehr ausgewirkt haben. 25 Fahrzeuge verteilen sich auf die fünf Löschzüge und die Löschgruppe Schaag. "Sie leisten jährlich etwa 120 Einsätze, und dabei wird verständlicherweise nicht schonend gefahren, um Sprit zu sparen", erklärt Kamps. Bekannt ist allerdings, dass die Feuerwehr ihre Fahrzeuge außerordentlich sorgfältig pflegt und in Ordnung hält.
Apropos Ordnung. Für die sorgen zusätzlich beispielsweise abends Murat Sinc und Michél Musebrink. Ihre Sondertouren schlagen im städtischen Etat mit zusätzlich 3000 Euro nieder – Geld, dessen Ausgabe sich lohnt. Erstaunlich ist andererseits, dass der Rettungsdienst mit seinen vier Fahrzeugen vergangenes Jahr lediglich 212 Euro mehr verbrauchte, als geplant war.
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