Nettetal: Mörder von Greifvögeln
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 17.01.2011Nettetal (RPO). Obwohl Greifvögel besonders geschützt sind, gibt es einzelne "Jäger", manche Taubenzüchter und sogar Falkner, die den Tieren nachstellen. Fachleute informierten in der Biologischen Station über Kriminalität und deren Folgen.
Greifvögel bleiben das Ziel von Vogelmördern. Zwar sind die Lebensbedingungen der Vögel deutlich verbessert worden, doch werden sie gewaltsam dezimiert. Den Tieren nachzustellen, ist strafbar und muss von der Polizei gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag unnachgiebig verfolgt werden, denn Greifvogelmörder sind Kriminelle. Im Infozentrum der Biologischen Station zitierte Jürgen Hitzmann NRW-Umweltminister Johannes Remmel: "Ich rufe die Bürger dazu auf, sich aktiv am Vogelschutz zu beteiligen."
Hitzmann ist Leiter der Stabstelle Umweltkriminalität im Umweltministerium. Er berichtete über die verbotene Jagd auf Greifvögel aller Art. Sie nehme trotz Schutzmaßnahmen zu. Mit Sylvia Urbaniak vom Komitee gegen den Vogelmord, erläuterte Hitzmann zahlreichen Besuchern, wie dramatisch die Lage von Greifvögeln ist. Urbaniak zeigte schreckliche Bilder von Greifvögeln – abgeschossen, mit Schlagfallen gefangen, erschlagen oder vergiftet mit nachweislich meist in der EU verbotenen Insektiziden, darunter Parathion ("Schwiegermuttergift").
Was noch wichtig ist
Anzeigen Sollten Fallen oder Köder gefunden werden, sofort die Polizei (Notruf 110) oder Stabstelle Umweltkriminalität, Tel. 0211 4566 473) benachrichtigen. Tiere nicht anfassen oder befreien.
Kreis Viersen Auch im Kreis Viersen sind zahlreiche Fälle von Greifvogelmord vorgekommen.
Komitee gegen Vogelmord www.komitee.de.
Schwere Straftat
Dies alles sind schwere Straftaten, vergleichbar mit Raub oder Betrug. Es handelt sich um Vergehen gegen das Jagdgesetz, das Bundesnaturschutzgesetz und gegen das Tierschutzgesetz. Täter seien in nachweisbaren Fällen oft Jäger, Taubenzüchter und Falknern. "Ich möchte die Jäger nicht über einen Kamm scheren, viele kümmern sich sehr um die Tiere", betonte Hitzmann. So verurteile der Landesjagdverband Verstöße aufs Schärfste. Die größte Zahl der Vogelmorde dieser Art bleibe leider unaufgeklärt, erklärte er.
Dass Falkner auch zu den Tätern gehören, erklärten die Referenten damit, dass "schwarze Schafe" unter ihnen Gelege ausnähmen oder Jungtiere raubten und Altvögel umbrächten. Es würden von Abnehmern schwindelerregende Summen gezahlt. Häufig würden wilde Greifvögel mit falschen Papieren an Interessenten verkauft.
Die Referenten baten, wachsam zu sein. Auf den ersten Blick harmlose Bauten seien schon mal Fallen. Ein Hühnerstall im Wald mit einer Art Leiter im Dach sei so eine Falle. Beobachtungen sollten sofort der Stabstelle für Umweltkriminalität oder der Polizei zur Beweisscherung zu melden. "Die Polizei muss bei solchen Vorfällen handeln" betonte Hitzmann. FRAGE DES TAGES
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