Nettetal: Müllgebühren werden sinken
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.08.2008Nettetal (RPO). Nettetal hat nach langer Zeit endlich wieder die Abfall-Sammlung ausgeschrieben. Der Bürger profitiert davon, denn die Preise geben kräftig nach. Sie machen aber nur den geringeren Teil der Gebührenkalkulation aus.
Entscheidungen
Lose Ausgeschrieben waren vier einzelne Lose
EGN Restmüll/Biotonne Grau und braune Tonne fährt wie bisher die Firma EGN aus Viersen ab. Das Ausschreibungslos Papier und Pappe ging auch an EGN.
Alba Sperrgut, Elektroschrott und Bündelabfuhr übernimmt künftig Alba.
Schönmackers Das Kempener Unternehmen erhielt den Zuschlag für Schadstoffe und Batterien.
Die Müllgebühren Stadt werden im kommenden Jahr sinken. Die Ausschreibung der Abfalleinsammlung hat deutlich nachgebende Preise ergeben. „Etwa fünfzig Prozent weniger“, berichtete Kämmerer Norbert Müller nach der Sitzung des Hauptausschusses.
So stark werden die Gebühren selbst allerdings nicht sinken. Gerechnet wird mit einer Quote von etwa 12,5 Prozent. Denn das Sammeln von Abfällen macht in der Gebührenkalkulation etwa 25 Prozent aus. 75 Prozent der Gebühren errechnen sich aus der Verwertung und Verbrennung. Dafür ist allerdings nicht die Stadt, sondern der Kreis Viersen zuständig.
Die Stadt Nettetal hatte in Kooperation mit der Gemeinde Grefrath die Abfalleinsammlung neu ausgeschrieben. Davon versprach man sich Vorteile durch geringere Kosten für Transport und Logistik. Wieweit der Effekt konkret eingetreten ist, kann Müller nicht sagen. „Aber es hat sich ausgewirkt“, sagt er.
Erstmals wieder ausgeschrieben
In Nettetal ist seit Jahrzehnten die Abfalleinsammlung nicht mehr ausgeschrieben worden. Trienekens und die Nachfolgeunternehmen bis hin zu EGN behielten den Auftrag durch permanente Fortschreibung. Dafür gab es finanzielle Zückerchen. „Obwohl diese Praxis immer wieder im Rat kritisiert wurde, hat man sie stets fortgesetzt. Ich bin froh, dass die Leistungen ausgeschrieben wurden“, äußerte sich gestern der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Willy Troost. Ab Januar führt die Stadt das „Ident-System“ ein: Jede Restmülltonne erhält einen Chip, der die Anzahl der Leerungen registriert. Pauschal werden mindestens 15 Leerungen jährlich abgerechnet, jede darüber hinausgehende Leerung kostet den Bürger zusätzlich Geld. „Wir stellen das System aber erst ab 2010 scharf, damit sowohl wir als auch die Bürger Erfahrungen sammeln“, versicherte Müller.
Der Kämmerer hatte zeitweilig die Befürchtung, dass die Stadt den falschen Zeitpunkt für die Ausschreibung erwischt haben könnte: „Die Entwicklung der Dieselpreise und der Lohnkosten in diesem Jahr bereitete uns schon Sorge. Sinn der Ausschreibung war es schließlich, billiger zu werden“. Müller nennt keine Zahlen, aber nach Informationen der Rheinischen Post macht die Ausschreibung einen Preisnachlass von mehr als 600 000 Euro insgesamt aus.
Das neu ausgeschriebene Sammeln, Befördern und die Gestellung von Tonnen ist auf sechs Jahre begrenzt. Die Stadt hat sich auf die Bitte des Kreises eingelassen, das gesamte System in absehbarer Zeit zu „harmonisieren“ (und praktiziert das ja auch begrenzt mit Grefrath). Der Kreis möchte später einmal möglichst viele Gemeinden für gemeinsame Ausschreibungen gewinnen, um weitere Preiseffekte zu erzielen.
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