Nettetal: Naturschutzhof braucht Hilfe
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Nettetal (RPO). Auf dem Lobbericher Hof des Naturschutzbundes machen jedes Jahr zwei junge Menschen ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. Für den 1. August wird kurzfristig noch jemand gesucht. Fördermittel hängen davon ab.
Gut, dass Wiebke Esmann vor kurzem nochmal bei der jungen Frau angerufen hat, die am 1. August ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf dem Naturschutzhof in Lobberich beginnen wollte. In dem Telefonat erfuhr die Leiterin des Hofes nämlich, dass aus dem Engagement nichts wird. Sie habe es sich anders überlegt. „Ich hätte am 1. August wahrscheinlich lange auf sie gewartet“, sagt Esmann.
Was verkraftbar klingen mag, ist für den Naturschutzhof von immenser Bedeutung. Zwei junge Menschen machen hier jedes Jahr ein Freiwilliges Ökologisches Jahr. „Einer muss einen Sekundarstufe-I-Abschluss haben, der andere einen Abschluss nach Sekundarstufe II“, erklärt Esmann. Ihr ist die Bildung egal, dem Landschaftsverband Rheinland nicht. Und von dort kommen immerhin die finanziellen Mittel für die Einrichtungen, die einen FÖJler beschäftigen.
Wo man sich bewirbt
Vergütung Im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) bekommt man ein „Taschengeld“ von 154 Euro im Monat. Wer zu Hause wohnt und isst, bekommt zusätzlich 103 Euro für Verpflegung und Fahrtkosten.
Unterkunft Der Naturschutzhof Sassenfeld kann leider keine Unterkunft bieten.
Bewerbung an Wiebke Esmann, Tel. 02153 89374 (werktags ab 8 Uhr, ansonsten läuft der Anrufbeantworter), E-Mail: naturschutzhof@web.de
Herbe Einschränkung droht
Für den Beginn des nächsten FÖJ am 1. August ergibt sich für den Naturschutzhof nun folgendes Problem: Den Kandidaten mit Sekundarstufe II-Abschluss gibt es schon, es fehlt durch die kurzfristige Absage ein neuer Kandidat mit Abschluss der Sekundarstufe I. Findet sich nicht rechtzeitig jemand, muss der Naturschutzhof komplett auf seine FÖJler verzichten. „Das wäre eine herbe Einschränkung für unsere Arbeit“, sagt Esmann.
Philip Oemmelen hat noch drei Wochen in seinem Freiwilligen Ökologischen Jahr vor sich. Der 17-Jährige hat die Gesamtschule Nettetal bis zum Ende der 10. Klasse besucht. „Eine Ausbildungsstelle hatte ich für dieses Jahr schon sicher“, erzählt er. Es ging für ihn darum, das eine Jahr zwischen Schule und Ausbildung sinnvoll zu überbrücken. Da kam der Aushang an der Schule gerade recht. „Ich habe zu Hause schon immer im Garten gearbeitet. Das macht mir Spaß“, erzählt Oemmelen.
Auf dem Naturschutzhof war er neben der Gestaltung und Pflege des Außengeländes auch mit der Betreuung von Kindergruppen beschäftigt. „Umweltbildung ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit“, sagt Wiebke Esmann. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und der Verkauf von Naturprodukten gehörte zu den Aufgaben der FÖJler. „Ich habe sicherlich eine Menge gelernt“, sagt Philip Oemmelen. „Vorher hatte ich beispielsweise von Vogelkästen keine Ahnung.“
Wiebke Esmann beobachtet bei den FÖJlern im Verlaufe des Jahres auch eine persönliche Entwicklung. Deshalb achtet sie bei der Auswahl der Bewerber auch auf die menschlichen Aspekte. Mit Wehmut über die Abschiede ihrer zwei FÖJler, aber auch mit Vorfreude auf die Neuen, sieht sie dem 1. August entgegen. Und Philip Oemmelen? Der beginnt dann seine Ausbildung als – na klar – Garten- und Landschaftsbauer. KOMMENTAR
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


