Nettetal: Nettetal hilft Indien
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 13.05.2009Nettetal (RPO). Somedi richtet in Indien ein Krankenhaus zur kostenlosen Behandlung Bedürftiger ein. Eine riesige logistische Aktion: Betten und Gegenstände aus Nettetal, Süchteln und Straelen gehen per Schiffcontainer bis kurz vor Mumbai.
Wenn bei Stefan Voormans in Lobberich das Telefon in aller Frühe klingelt, ist Indien am Apparat. Genauer: Dr. Ramesh Modi. Der Leuther Arzt bereitet alles vo für die nächste Hilfe. Die Gespräche zwischen Modi, Vorsitzender von Somedi, und Voormans, Geschäftsführer des Vereins dienen der Koordinierung einer riesigen logistischen Aktion: Gerade läuft in Nettetal und Viersen eine große Container-Füll-und Verschiffaktion.
Somedi ist richtet in Indien ein Krankenhaus ein, das Bedürftige kostenlos behandelt. Es entsteht 100 Kilometer nördlich von Mumbai (früher Bombay). "Das ist eine große Sache", so Stefan Voormans. Ein 40 Fuß großer Schiffscontainer – "da könnte man eine Eigentumswohnung reinpacken", so Voormans – machte zunächst am Süchtelner und dann am Nettetaler Krankenhaus Station. Verladen wurden Krankenhausbetten, OP-Leuchten und viele weitere Gegenstände, die die Hospitäler für das Somedi-Projekt in Indien spendeten. Sobald der riesige Container gefüllt ist, geht er über den Seeweg nach Indien. Zudem schickt Somedi zwei Schiffscontainer nach Straelen zum St. Marien-Altenheim. "Das Altenheim hat eine neue Einrichtung bekommen", so Stefan Voormans. Die bisherige wird im neuen indischen Krankenhaus weitere Verwendung finden.
Somedi
Der Verein Gegründet 1981 vom Leuther Arzt Dr. Ramesh Modi. Der Verein begann seine Arbeit über Kleiderspenden, hat das inzwischen aufgegeben.
Zukunft Bislang konzentriert sich Somedi auf Hilfe für Indien. Tansania soll als zweites Zielland bald folgen.
"Das hört sich alles einfach an", sagt der Geschäftsführer über das Krankenhaus-Projekt. "Aber das ist es nicht." Überhaupt möglich werde die Arbeit von Somedi, weil die Organisation von der indischen Regierung anerkannt sei. Somedis logistische Arbeit steht auf zwei Säulen: gute Verbindungen und verlässliche Partner in Indien und Deutschland. Dazu kommen Geld- und Sachspenden.
Somedi zählt um die 70 Mitglieder und ganz viele Freunde. "Sie unterstützen uns, nicht nur mit Geld, sondern auch mit ihrer tatkräftigen Hilfe", sagt er. Da gibt es den Landwirt, der seinen Traktor zur Verfügung stellt, wenn Hilfsgüter gesammelt werden. Da gibt es Nettetaler Firmen, auf die Voormans immer zählen kann. Und die Menschen, die er ohne Nachzudenken anrufen kann, wenn es wieder mal ums Verladen geht.
Genau so wichtig sind die Partnerorganisationen in Indien. "Wir nutzen deren Infrastruktur vor Ort", so Voormans. "Das hilft uns, Kosten zu sparen." Somedi arbeite sparsam und effizient, betont der Geschäftsführer. "Die Verwaltungskosten haben bei uns in den vergangenen Jahren lediglich fünf Prozent ausgemacht." Nicht zuletzt sorgt Dr. Modi mit seinen Kenntnissen und Kontakten dafür, dass die Hilfe für Indien ankommt. "Dank ihm können wir sehr effektiv arbeiten", sagt Voormans. "Ohne ihn ginge es nicht."
Ohne Kontrolle geht's nicht. "Wenn wir ein Projekt anstoßen, kontrollieren wir, ob es funktioniert", so Stefan Voormans. Einmal im Jahr reisen Vorstandsmitglieder nach Indien – stets auf eigene Kosten. FRAGE DES TAGES
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