Nettetal: Nettetal – wohin soll es gehen?
VON MANFRED MEIS - zuletzt aktualisiert: 23.09.2010Nettetal (RPO). Politik und Verwaltung laden die Bürger ein, in Ideenwerkstätten über den künftigen Weg der Stadt nachzudenken. Was kann bis 2015 geschehen - und was kommt danach?
Vor 40 Jahren, bei der Geburtsstunde der Stadt, schien die Nettetaler Zukunft noch in Ordnung. Allenthalben war Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum angesagt, die Stadt sollte eine "Neue Mitte" bekommen. Mittlerweile haben sich die Zeiten gründlich geändert. Die Bevölkerungszahlen gehen leicht zurück bei gleichzeitiger Verschiebung der Altersstruktur: weniger junge Leute, mehr und mehr Senioren. "Wir müssen darüber nachdenken, welche Chancen Nettetal durch das Gewerbeprojekt 'Venete' erwachsen können und was bei knappen Ressourcen noch gemacht werden kann", begründet Bürgermeister Christian Wagner die Einladung an die Bürger zur "Ideenwerkstatt 2015plus". Herauskommen soll eine "mutige, aber auch erreichbare Vision für die Zukunft".
Ideenwerkstatt
Zusatztermine gibt es für Vereine am Dienstag, 26. Oktober, 18.30 bis 21 Uhr, Wirtschaft am Donnerstag, 4. November, 19 bis 21.30 Uhr und Bildungseinrichtungen am Dienstag, 16. November, 19 bis 21.30 Uhr; im Rathaus.
Politik, Verwaltung und Experten wollen nicht im stillen Kämmerlein nachdenken, sondern alle Bürger "sind aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen". Das Rathaus wolle wissen, was den Bürgern an Nettetal gefalle, was nicht und welche Ideen es für die Gestaltung der Stadt gebe. "Wir machen keine Vorgaben, wir wollen ergebnisoffen miteinander sprechen", betont Wagner. Um den Prozess zu strukturieren, sind vier große Themenbereiche vorgegeben: Wohnen und Leben, Arbeiten und Investieren, Natur und Umwelt sowie Gestalten und Erleben.
Die insgesamt fünf Ideenwerkstätten haben in dem Nettetaler Unternehmensberater Frank Bienkowski einen Moderator, der als Kommunikationsspezialist dafür sorgen will, dass möglichst viele Ideen gesammelt und auch beachtet werden, denn "es ist schade um jede Idee, die wir verlieren oder nicht erhalten". So sei rhetorisches Geschick nicht ausschlaggebend, um wichtige Dinge zu platzieren; Der Bürger wird es auch schriftlich machen können. Am Ende des Abends sollen die Bürger gefragt werden, was für sie besonders wichtig ist, um der nacharbeitenden Verwaltung eine Rangfolge aufzuzeigen. Eine Arbeitsgruppe wird die Ergebnisse bis Mitte Januar 2011 zusammenfassen, doch vor einer Beschlussfassung durch den Stadtrat im April steht noch eine weitere Bürgerbeteiligung im Februar an.
Für die Bürger-Ideenwerkstätten am 30. September und 1. Oktober liegen 30 Anmeldungen vor (Tel. 02153 898-2015). Mit einer "Roadshow" wird noch einmal heftig getrommelt: am heutigen Donnerstag auf den Wochenmärkten in Breyell (8.30 bis 10.15 Uhr) und Kaldenkirchen (11 bis 13 Uhr), am Freitag auf dem Lobbericher Wochenmarkt (9 bis 11 Uhr), auf dem Schaager Hubertusplatz (11.30 bis 13 Uhr), auf dem alten Markt in Leuth (16 bis 17 Uhr) und in Hinsbeck am Edeka-Markt (17.30 bis 19 Uhr).
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