Nettetal: Neues Paradies für Kinder
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 15.06.2009Nettetal (RPO). Der Verwaltungsrat der Bongartzstiftung billigte den von Architektin Stefani Kremer überarbeiteten Entwurf des neuen Kindergartens. Familien-Koordinatorin Sylvia Hubbes erläuterte die Funktion der Räume. Der Bau an der Mühlenstraße soll im Sommer 2010 bezogen werden.
"Man möchte glatt noch mal in den Kindergarten gehen", raunte ein Mitglied des Verwaltungsrates Bongartzstiftung beim Blick auf die Neubau-Pläne an der Mühlenstraße in Lobberich. Architektin Stefani Kremer erläuterte dem Gremium ausführlich den Gebäudeentwurf. Die im Rathaus als Familien-Koordinatorin tätige Sylvia Hubbes füllte ihn mit dem pädagogischen Raumkonzept auf.
Die Bongartzstiftung verlässt im kommenden Jahr ihren Standort an der von-Bocholtz-Straße. ein Teil der Gebäude, darunter auch der Zweigruppen-Kindergarten, wird abgerissen. Die Stadt will hier eine Verbindungsachse mit Wegen und neuen Gebäuden zum neuen Einkaufszentrum an der Johannes-Cleven-Straße schaffen. Für knapp zwei Millionen Euro entsteht hier eine Einrichtung für vier Gruppen.
Gut und praktisch
Photovoltaik Die Dachfläche des neuen Kindergartens ist etwa 660 Quadratmeter groß. Geprüft wird jetzt, ob dort eine Photovoltaikanlage angebracht werden kann, das Dach ist nach Süden geneigt.
Schmutzschleuse Kinder sollen auch bei regnerischem Wetter draußen herumtoben können. Die Reinigungskräfte müssen sich aber nicht auf Überstunden einstellen: In "Schmutzschleusen" werden Stiefel und Regenzeug aufbewahrt – und nur da.
Platz für "Nestgruppe"
Eine Besonderheit des neuen Kindergartens ist die "Nestgruppe" mit Kindern unter zwei Jahren. Sie werden in eigens entworfenen Räumen besonders behütet. Der Entwurf, den Stefani Kremer an einigen Stellen überarbeitet hat, besticht durch seine Klarheit einerseits und die sehr sorgsame Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Kindern. Das Erziehungspersonal um Kindergartenleiterin Hannelore Büttner dürfte mit den Kleinen paradiesische Zustände vorfinden.
Stefani Kremer hat den Eingang in die Mitte des Gebäudes gerückt, damit sich die Kinder im Inneren schnell verteilen können. Dem langen Flur, der die Gruppenräume an der Südseite und Funktionsräume an der Nordseite erschließt, gibt sie eine Bogenform. Diesen Bogen nimmt sie im Dach ihres Entwurfs noch auf. Die Kinder können in ihren Gruppenräumen unbeschwert spielen und lernen. Es gibt keine Küchenzeilen und keine Essecken. Vielmehr wird die Ecke des Ostflügels als "Kindercafé" hergerichtet. Eine vorgelagerte Terrasse lädt dazu ein, bei schönem Wetter draußen zu essen.
Neues Bildungsverständnis
Das Innere gestaltet sich als "Wohnstube mit neuem Bildungsverständnis", erläuterte Erster Beigeordneter Armin Schönfelder. Das Personal wird verdoppelt, die Einrichtung zum Familienzentrum erweitert. Die Kinder finden, unabhängig von ihrer Gruppenzugehörigkeit, bestimmte Funktionsräume vor: einen Werkraum in Kombination mit Atelier. In einem Raum führt eine Treppe hinauf auf eine Empore, in einem anderen Raum wird es die klassischen Bauklötze geben. Es wird auch einen Fundus für Rollenspiele geben. Und besonders spannend sein wird sicherlich der Wasserspielraum mit Planschbecken und Waschbecken, die für Experimente bestens geeignet sind.
Die Stadt errichtet das Gebäude, die Bongartzstiftung übernimmt es in Erbpacht, verbunden mit der Möglichkeit, die Immobilie später selbst zu übernehmen. Bürgermeister Christian Wagner betonte, die Pläne seien keine "relevante Veränderung des Stiftungszwecks."
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