Nettetal: Neugier auf Natur
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 02.05.2009Nettetal (RPO). So vielfältig wie die Natur sich präsentiert, so bunt feierte auch der NABU-Naturschutzhof in Lobberich Freitag seine offizielle Saisoneröffnung. Die Besucher kamen in Scharen.
"Die Weide muss schlank, astfrei und biegsam sein", erklärt Korbflechter Paul Abels den zahlreichen Zuschauern, die vor seinen Pavillon stehen. Zur Demonstration greift er zu einem der Äste und biegt ihn zwischen beiden Händen. Das Wässern, fährt er mit seinen Erklärungen fort, spiele die nächste große Rolle. Was nicht eingeweicht werde, breche wie Glas, sagt Abels, während er mit Geschick die Äste in einen Korb einflechtet. Nicht weniger Fingerfertigkeit ist am Stand gegenüber gefragt, wo kreativ gefilzt wird. Kinder rollen die Wolle in feuchten Tüchern hin und her, bis der richtige Filzgrad erreicht ist und aus der Wolle schöne Blumen entstehen können.
Viele Veranstaltungen
Mit dem Saisonstart tritt auch der neue Veranstaltungskalender des NABU-Naturschutzhofs im Sassenfeld 200 in Nettetal-Lobberich in Kraft.
So findet am 10. Mai auf dem Hof die "Stunde der Gartenvögel" statt. Um 12 und um 14 Uhr können gemeinsam Vögel auf dem Gelände beobachtet werden.
Informationen gibt es unter www.nabu-krefeld-viersen.de.
Auf kleinem Raum viel erleben
Mit vielen Attraktionen feierte der NABU-Naturschutzhof seine offizielle Saisoneröffnung. Bei strahlendem Sonnenschein nutzten Hunderte von Besuchern den Feiertag für einen Besuch. "Der Naturschutzhof ist zum Mittelpunkt für das Naturerlebnis in Nettetal geworden", betonte Nettetals Bürgermeister Christian Wagner. Dass man auf so kleinem Raum so viel erleben könne, sei eine wahre Leistung, schloss sich Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW an das Lob seines Vorredners an.
Mittlerweile ist es vor dem Lehmbackofen voll geworden. Heinz Maibaum hat den Ofen am Morgen angeheizt, jetzt hat die Lehmkonstruktion die richtige Wärme erreicht, um acht Sauerteigbrote aufzunehmen. "Man muss den Lehmbackofen langsam anheizen, sonst reißt er. Jetzt haben wir eine Temperatur von rund 280 Grad und die Brote bleiben eine gute Dreiviertelstunde im Ofen", berichtet er den kleinen und großen Besuchern. Nicht minder voll ist es bei Beate Schmetz, der "Kräuterhexe" vom Naturschutzhof. Über 200 verschiedene Kräuter und alte Bauerngartenstauden hat sie aufgebaut, das Interesse an den Pflanzen ist groß.
Aus dem Malen und Beschriften kommt derweil Gabi Schmidt nicht heraus: Ihre handbemalten Figürchen, allen voran Bärchen, verziert sie mit den Namen der neuen Besitzer. Blockvasen aus heimischen Edelhölzern, Schmuck, Brotaufstriche, Windspiele, Informationen über regenerative Energien, Gartendekoration, Holzarbeiten, Sämereien – das Angebot ist groß. Während Marie-Luise Schmitz Patchwork und weitere Handarbeiten vorstellt, bewundern die Besucher die Naturfotografien ihres Mannes Peter-Carsten Schmitz.
Auch Ausstellungen gehören mit zu den Eröffnungsattraktionen. Während sich die jüngeren Besucher mit Teichuntersuchungen und Stockbrotbacken beschäftigen, lassen es sich die Großen bei Grillwürstchen gut gehen.
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