Nettetal: Nicht noch mehr kostenfreie Windelsäcke
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 23.04.2010Nettetal (RPO). Familien mit Kindern, die älter als zwei Jahre sind, erhalten keine kostenfreien Windelsäcke von der Stadt. Mehrheitlich lehnte der Finanzausschuss einen Antrag der SPD ab, die die entsprechende Nachbesserung für das seit dem 1. Januar geltende Müllsystem gefordert hatte.
Familien mit Kindern bis zum zweiten Lebensjahr erhalten jährlich zehn zusätzliche Abfallsäcke für Windeln, wenn das Volumen ihrer Restmülltonne (grau) nicht reicht. Diese Erleichterung gilt auch für Haushalte, in denen inkontinente Menschen leben.
Die SPD argumentiert, die Regelung sei nicht gerade familienfreundlich. Nicht jedes Kind sei ab zwei Jahren der Windel entwachsen. Fraktionschef Christian Schürmann berief sich dabei zusätzlich auf Forschungsergebnisse über die Möglichkeiten der kindlichen Entwicklung. Die Grünen finden die Begrenzung auf zwei Jahre ebenfalls "willkürlich", wie Guido Gahlings erklärte.
Irgendwo müsse eine Grenze gezogen werden, meint dagegen die Verwaltung. Nach ihren Berechnungen käme die Stadt ein Hinausschieben der Altersgrenze arg teuer. Denn nach aktuellem Stand hätten dann Familien mit 479 Kleinkindern Anspruch, was die Subventionskosten auf 50 000 bis nahezu 80 000 Euro im Jahr treiben werde.
Bürgermeister Christian Wagner wies den Vorwurf geringer Familienfreundlichkeit zurück. Es dürfe nicht vergessen werden, dass Mehrpersonen-Haushalte mit dem Identsystem seit Januar spürbar entlastet würden. Windelsäcke seien ein zusätzliches Entgegenkommen – aber begrenzt. CDU, FDP und WIN sahen dies auch so.
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