Nettetal: Nichts Neues für Konjunktur erfinden
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009Nettetal (RPO). Bürgermeister Christian Wagner will "kein neues Fass aufmachen", wenn er an das Investitionspaket des Bundes denkt. Wagner wäre froh, wenn all die Planungen umgesetzt werden könnten, die bereits angepackt und vorbereitet wurden. Dafür müsse dann nichts Neues erfunden werden, meint er.
Experten erwarten, dass aus dem Programm bundesweit etwa 17 Milliarden Euro für Investitionen fließen werden. Die Stadt hatte zum Jahresende verkündet, dass sie und ihre Töchter mehr als 15 Millionen Euro investieren werden – mehr als je zuvor. Das Investitionsprogramm des Bundes will Wagner nutzen, um nachhaltig in die Infrastruktur zu investieren. "Uns ist es wichtig, nur solche Maßnahmen in Angriff zu nehmen, die der Stadt dauerhaft nutzen", so Wagner.
Schwerpunkt Schulen
Im Mittelpunkt stehen Bauvorhaben an den Schulen (unter anderem die beiden Mensen in Lobberich am Gymnasium und in Kaldenkirchen im Schulzentrum) sowie Sanierungen mit energetischen Maßnahmen und Straßenbau, der sinnvoll ist. Wagner lässt außerdem prüfen, ob Neubauten für die U 3-Betreuung vorgezogen werden sollten. Ihm sei wichtig, die heimische Wirtschaft einzubinden. "Eine Fülle von Großprojekten, die nicht auftragsmäßig durch unsere Unternehmen abgewickelt werden können, nützen wenig. Wir wollen unsere hohe Quote von 75 Prozent Vergaben an lokale und 90 Prozent an regionale Unternehmen halten."
Eine verwaltungsinterne Projektgruppe soll Förderbedingungen und förderfähige Maßnahmen ausloten und Vorschläge für den Stadtrat vorbereiten. Wagner will den Haushalt möglichst nicht zusätzlich belasten, um bereits geplante Investitionen nicht zu verzögern.
Unterstützung bei "Querspange"
So erhofft Nettetal sich Unterstützung durch den Bund beim Bau der Breyeller "Querspange". Es handelt sich schließlich bei der B 7 um eine Straße, die der Bund trägt. Zum Projekt Querspange gehören die P+R-Plätze am Bahnhof und die Übergänge mit der Bahn. Generell sähe Wagner gerne, wenn mehr Mittel in eine Verdichtung des ÖPNV-Angebotes fließen könnten. Das Konjunkturpaket könnte dafür angezapft werden.
Vielleicht könne die Stadt auch Geld für die Umgestaltung des Bahnhofs Kaldenkirchen angezapft werden. Die Stadt plant, den Zugang zur Westseite an den Dahlweg zu legen und auch dort einen P+R-Platz sowie einen Bus-Wendeplatz zu schaffen. Dann muss aber schnell geplant werden, sonst dürfte der Zuschuss-Zug abgefahren sein, ehe er das Reißbrett verlässt.
Aus Bundesmitteln finanziert werden müsste, bleibt man bei der Bahn, der Lärmschutz für Kaldenkirchen und Breyell. In CDU-Kreisen sähe man gerne, dass der zweigleisige Ausbau der eingleisigen Strecke von Kaldenkirchen nach Dülken für das Paket geprüft wird.
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