Nettetal: Noch kein rechter "Packan" für die Floriade
zuletzt aktualisiert: 22.06.2009Nettetal (RPO). "Wir betrachten die Floriade 2012 als ein Potenzial zur Entwicklung auch für die Stadt Nettetal. Es ist nur schwierig, den richtigen Packan zu finden", erklärte Bürgermeister Christian Wagner im Haupt- und Finanzausschuss. Nettetal ist sich mit Geldern und Straelen sowie den kleineren Gemeinden im Süden des Kreises darin einig, dass die Weltgartenbau-Ausstellung genutzt werden muss.
Hilflose Reaktion
Die Ausstellung findet alle zehn Jahre in den Niederlanden statt. Die Region Venlo erhielt erstmals den Zuschlag der Messe, die sonst nur im Ballungsgebiet Amsterdam/Rotterdam stattfindet. Inzwischen darf sie sich sogar als eine Expo-Ausstellung bezeichnen. Im deutschen Grenzraum ist darauf bisher eher hilflos reagiert worden, weil niemand weiß, was er anfangen soll.
"Wir können nicht auf ein optimales Angebot warten", warnte Wagner. Es hatten sich Stimmen gemehrt, dass Nettetal sich von den niederländischen Nachbarn nicht zu einem finanziellen Engagement ohne Wertschöpfung hinreißen lassen solle. Dem Bürgermeister passt auch nicht, dass das Warten auf den Bau der Autobahnverbindung mit dem Engagement verknüpft wird. "Wir sollten uns keinen unsinnigen Trotz leisten, sondern vielmehr konkrete Chancen suchen."
Guido Gahlings fehlen diese Ansätze allerdings immer noch. Was er auch von der Verwaltung bisher erfahre, sei ihm "ein bisschen sehr schwammig". Touristisch könne Nettetal von der Floriade über den Messetermin hinaus nur dann profitieren, wenn eine Angleichung beispielsweise der Radwege erzielt werde. Wagner räumte ein, dass "nicht alle mit Feuereifer" dabei seien, die sich beteiligen könnten. Aber die touristische Arbeitsgemeinschaft im Westkreis Viersen sei damit schon befasst.
"Wir sind unmittelbare Nachbarn von Venlo und zunehmend ein Teil dieses Wirtschaftsraums. Er ist jedenfalls für uns näher als der Speckgürtel von Düsseldorf", stellte Günter Werner (CDU) fest. Die Kontakte von Unternehmen in Nettetal und Venlo nähmen zu, nicht zuletzt durch die Studiengänge der Fontys-Hochschule.
Was ist mit Venete?
Skeptisch äußerte sich dagegen sein Fraktionskollege Andreas Bartsch. Wie lange man eigentlich noch mit dem Aufschluss des Gebietes Venete warten wolle und ob dies auch ohne die Autobahn jetzt bald möglich sei, wollte er wissen. Wagner reagierte verwundert. Auch er wisse, dass im Augenblick durch die Grundstückskäufe dort sehr viel Geld gebunden sei. Aber mit der Autobahn eng verknüpfte Investitionen wie der Bau eines Hotels wären dann dahin. Er halte auch nicht davon, Venlo die Schuld an den Verzögerungen zu geben, nur weil die Stadt Nettetals unmittelbarer Nachbar sei.
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