Nettetal: Ohne Ausbau rollt nichts
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009Nettetal (RPO). Beim ÖPNV-Tag in Kaldenkirchen diskutierten Politiker und Experten über die Zukunft des Nahverkehrs. Es moderierte RP-Redakteur Ludger Peters. Die Eurobahn stellte ihre neuen Wagen vor.
Für Fahrgäste der Bahn beginnt in der kommenden Woche ein neuer Zeitabschnitt. Die Eurobahn bedient an Stelle der DB-Regio die Strecke des RE13. Teilnehmer einer Diskussion sahen sich in den neuen Wagen des Typs Flirt um, ehe sie sich über die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs austauschten.
Hans Leister, Geschäftsführer von Keolis Deutschland, berichtete, dass die Eurobahn Reisenden mehr Komfort und Sicherheit bieten wird. Theo Stroeken, Vorsitzender der Unternehmerschaft Venlo, wies darauf hin, ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem ebne nicht nur der Wirtschaft dringend erforderliche Wege, sondern bringe auch die Menschen in der Region zusammen.
Kaldenkirchen-Dülken
Streckenausbau Nicht die Verkehrs-, sondern die Haushaltspolitiker in Berlin müssen jetzt vom Ausbau der Bahnstrecke überzeugt werden.
Informationssystem Hans Leister von Keolis bestätigte, dass Bus und Bahn demnächst einheitliche Kommunikationssysteme bekommen, um beispielsweise Verspätungen mitzuteilen.
Die Lücke schließen
Für den Fahrgastverband Pro Bahn begrüßte Pressesprecher Lothar Ebbers den neuen Betreiber Eurobahn. Er monierte allerdings, dass die Bahnhöfe in einem schlechten Zustand sind und Barrierefreiheit nicht gewährleistet ist.
Mit seiner Forderung, die 13 Kilometer lange Lücke im sonst zweigleisigen Streckennetz zwischen Kaldenkirchen und Dülken zu schließen, rannte er bei den Politikern offene Türen ein. Die Landtagsabgeordneten Dietmar Brockes (FDP) und Uwe Leuchtenberg (SPD) stimmten ihm ebenso zu wie Uwe Schummer, CDU-MdB. Der Ausbau der Strecke lasse zu, dass mehr Züge fahren könnten, damit verbunden sei auch die Möglichkeit, unmittelbar etwas für den Lärmschutz zu tun.
Dr. Marcus Optendrenk von der Verkehrsgesellschaft der Kreises zeigte sich zuversichtlich, dass die Regiobahn von Kaarst über Viersen nach Venlo verlängert werden kann. Dies erhöhe die Mobilität der Bürger. Die Technische Dezernentin Nettetals, Susanne Fritzsche, verwies darauf, dass die Stadt in Breyell und Kaldenkirchen Verknüpfungspunkte zwischen Schiene und Bus plant.
Kernpunkt der Diskussion war der Ausbau der Strecke. Der niederländische Verkehrsminister ist bereit, sich aus einem 80 Millionen Euro umfassenden Etat daran finanziell zu beteiligen. Uwe Leuchtenberg hatte von der Bahn erfahren, sie sei am Ausbau nicht interessiert, sondern bevorzuge Prestigeobjekte im Ruhrgebiet.
Lothar Ebbers kritisierte heftig den Zustand des Bahnhofs, da Kaldenkirchen Tor und Visitenkarte Deutschlands sei. Einig waren sich alle, dass eine leistungsfähige öffentliche Verkehrsinfrastruktur auf beiden Seiten der Grenze unverzichtbar ist, weil Venlo in den nächsten Jahren 15 000 neue Arbeitsplätze schafft, was Stroeken bestätigte.
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