Nettetal: Ohne Schilder geht es nicht
VON MANFRED MEIS - zuletzt aktualisiert: 22.10.2010Nettetal (RPO). Untere Hochstraße und Markstraße in Lobberich bieten nach dem Umbau mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer. Weil Schilder noch fehlen, üben sich Autofahrer in wildem Parken.
Neun Hainbuchen, schlank nach oben wachsend, wurden in der unteren Hochstraße gepflanzt, in der Marktstraße kamen zwei Linden zu denen, die schon den Platz am alten Rathaus begrenzen, hinzu. Weitere Grüntupfer im grauen Pflaster bilden etliche Buchsbaumkugeln in grauen Steinkübeln. An einigen Bäumen stehen Bänke (ohne Lehnen), auch die Abfallbehälter sind schon montiert. Die Umgestaltung von Markt- und Hochstraße mit der Neugestaltung des Marktplatzes ist damit rechtzeitig zum Ferkesmarkt an diesem Wochenende vollendet. Fast.
Denn noch fehlen etliche Verkehrsschilder, die vor allem den Autofahrern Grenzen setzen. Das bemängeln auch Anlieger, die ansonsten die Umgestaltung übereinstimmend loben. "Mit der Gestaltung sind wir sehr zufrieden", sagt Fritz-Albert van den Eynden vom gleichnamigen Schuhhaus in der unteren Marktstraße und fügt hinzu: "Auch von unseren Kunden wird die Umgestaltung positiv bewertet, nachdem manche vom veränderten Marktplatz zunächst nicht angetan waren." Für etwas Verstimmung sorgt noch das wilde Parken, "aber das soll sich ja bald ändern".
Innenstadt
Marktplatz Von Autos befreit, ist der Platz vor dem alten Rathaus wieder eine Stätte mit "Aufenthaltsqualität". Zwei Gastronomen nutzen das schon.
Fußgänger Für sie ist 35 Jahre nach Schaffung des Fußgängerbereichs Obere Hochstraße/von-Bocholtz-Straße nun auf der Marktstraße und der unteren Hochstraße Platz geschaffen worden.
Autofahrer Die Zahl der Parkplätze ist durch den Ausbau reduziert worden, doch stehen genügend Flächen auf dem Brockerhof und dem Doerkesplatz zur Verfügung.
Zur Selbsthilfe gegriffen
Die Anlieger haben schon zur Selbsthilfe gegriffen und die Blumenkübel beschafft. Adelheid van den Eynden hat das organisiert, damit das Bild einheitlich ist. Die jeweils 140 Euro teuren Kübel verhindern hier und da aber nur, dass Autos nicht mehr längs auf den nun breiteren Gehwegen abgestellt werden, sondern quer.
Wenn sie darauf angesprochen werden, reagieren die meisten Autofahrer recht unwirsch, hat Anlieger Hans Terstappen beobachtet. "Nur eine Dame bedankte sich für den Hinweis, denn das habe sie nicht gewusst". Sie hat ihr Auto schnell weggestellt und "keinen Ölfleck auf dem Gehwegpflaster hinterlassen, wie das schon zu beobachten ist".
Auch wenn noch nicht alles perfekt ausgeschildert ist, kann der aufmerksame Autofahrer, der von der Breyeller oder Düsseldorfer Straße her kommt, neben dem "Tempo 30"-Schild auch registrieren, dass Parken nur in den gekennzeichneten Flächen mit Parkscheibe für eine Stunde erlaubt ist. Zugegeben: Die gekennzeichneten Flächen auf der Ingenhovenparkseite sind derzeit nur aufgrund der unterschiedlichen Pflasterung auszumachen, doch hindert das nicht daran, auch die Einfahrt zum Park zu blockieren. Auch "Tempo 30" ist schnell wieder vergessen, wenn es gilt, schwungvoll die Kurve in die Marktstraße zu nehmen – so schwungvoll, dass das Auto meist in die Regenrinne oder gar auf den Radweg abdriftet.
Umsätze steigen
Weil die Pflasterarbeiten viel früher als geplant beendet wurden, fehlen noch die Verkehrsschilder. "Sie sind bestellt, haben aber Lieferzeiten", begründet die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche den nicht ganz perfekten Abschluss. Sonst aber freut sie sich, dass die Umgestaltung überall fast einhellig akzeptiert wird. Auch die Durststrecke der Geschäftsleute in der Umbauphase ist vorbei. "Die Umsätze steigen wieder", berichtet der Fotohändler Hans-Jürgen Koll zufrieden.
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