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Nettetal: Patientenrekord in Lobberich

VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010

Nettetal (RPO). Erstmals hat das Städtische Krankenhaus Nettetal die 7000er-Marke geknackt: 7050 Patienten ließen sich hier 2009 stationär behandeln. Auch die Zahl der Operationen ist gestiegen. In Zukunft soll das Haus weiter wachsen.

Jörg Schneider ist seit einem halben Jahr neuer Geschäftsführer.  Foto: RPO
Jörg Schneider ist seit einem halben Jahr neuer Geschäftsführer. Foto: RPO

Sie kommen aus dem Kreis Viersen, aus Köln und sogar aus Spanien, um sich im Nettetaler Krankenhaus behandeln zu lassen: 250 Patienten mehr als noch 2008 zählte Jörg Schneider im vergangenen Jahr. "Im Kreis Viersen haben wir eine Vorreiterrolle, da wir Patienten deutlich über das Einzugsgebiet hinaus ansprechen." Der Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses zeigt sich mit dieser Entwicklung äußerst zufrieden: "Ein Plus von 250 Patienten innerhalb eines Jahres ist für ein Haus unserer Größe sehr erfreulich."

Innere Medizin stark nachgefragt

Info

Das Krankenhaus

Träger Stadt Nettetal

Geschäftsführer seit dem 1. Juli 2009 ist Jörg Schneider

Leitender Arzt Dr. Michael Pauw

Einzugsgebiet Das Städtische Krankenhaus Nettetal hält zusammen mit den niedergelassenen Ärzten die medizinische Versorgung für etwa 50 000 Menschen vor.

Die Statistik zeigt: Etwa 7050 Patienten (2008: 6800 Patienten) wurden im Jahr 2009 in Lobberich stationär behandelt. "Damit haben wir die 7000er-Grenze geknackt", sagt Schneider, der zum 1. Juli 2009 die Geschäftsführung übernommen hat. Besonders stark nachgefragt sei die Innere Medizin. Sie verbuchte einen Zuwachs von 150 Patienten. "Das liegt sicherlich an der demografischen Entwicklung, aber auch an dem guten Ruf von Chefarzt Dr. Michael Pauw und seinem Team." Das spreche sich rum und wäre ein Faktor, der die überregionale Attraktivität des Nettetaler Krankenhauses bedingt. Und: "Wir sind ein kleines Haus, in dem die Fachabteilungen gut zusammenarbeiten und das gut ausgestattet ist, sodass sich der Patient wohl fühlt." Schneider nennt das den "Charme des kleinen Hauses". Die Fachkompetenz in allen Abteilungen liege auf einen sehr hohen Niveau und könne auch mit deutlich größeren Krankenhäusern konkurrieren Es sei jedoch das Gesamtpaket inklusive schönem Ambiente, was viele ins entfernte Nettetal locke. "Wir wissen aber auch, wo unsere Grenzen als kleines Haus sind und wann wir an Kooperationspartner überweisen müssen."

Eine besonders positive Entwicklung gibt es bei der Palliativ-Medizin. 2008 hat das Nettetaler Krankenhaus diesen Bereich neu aufgebaut, der in 2009 erstmals auch von den Krankenkassen anerkannt und honoriert wurde. Der Zuspruch sei groß. "Wir wollen auf Menschen, die unheilbar erkrankt sind, besonders eingehen, sie intensiv betreuen und ihre Situation so erleichtern." Ebenso wurde die in 2009 eingeführte diabetologische Fußambulanz sehr gut angenommen.

Auch in der Chirurgie war 2009 viel zu tun. Die Zahl der Operationen stieg um rund 100 von 1930 im Jahr 2008 auf 2050 in 2009. Ganz vorne standen dabei Gallenoperationen sowie die Versorgung von Leistenbrüchen, so Schneider. Aber auch komplexe Bauchoperationen und unfallchirurgische Eingriffe hätten deutlich zugenommen. Positiv wirke sich die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst und insbesondere den niedergelassenen Ärzten aus.

Der einzige Bereich, in dem die Zahlen stagnieren, so Schneider, sei das Zentrum für Endoprothetik und Arthroskopie. "Die Krankenkassen setzen uns enge Grenzen. Wir könnten mehr operieren, dürfen es aber leider nicht", erklärt Schneider. Vor diesem Hintergrund könnten Wartezeiten von einigen Monaten für ein neues Knie oder neue Hüfte auftreten. Die Nachfrage solle 2010 weiterhin mit den Kassen diskutiert werden.

Für jedes Krankenhaus sei es wichtig, die Patientenzahlen zu steigern, sagt Schneider. "Wir wollen die positive Entwicklung in jedem Fall fortsetzen." Für die Kooperation von Innerer Medizin und Chirurgie gibt es einen konkreten Plan: "Wir wollen uns spätestens 2011 als Darmzentrum zertifizieren lassen." Schon jetzt seien die beiden Abteilungen eng miteinander verzahnt. Auch die stationäre diabetische Fußbehandlung soll bald ein Zertifikat erhalten.

Ein weiteres Projekt: In den nächsten Wochen soll eine fachärztlich besetzte Schilddrüsen-Sprechstunde, die so genannte Struma-Sprechstunde, eingeführt werden.

Quelle: RP

 
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