Nettetal: Pfeffersprayer sollen für Einsatz zahlen
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 27.05.2009Nettetal (RPO). Den Gasalarm an der Lobbericher Hauptschule haben zwei Jugendliche mit zwei Sprühstößen Pfefferspray ausgelöst. Unbeabsichtigt, wie sie sagen. Für die Stadt Nettetal ist das keine Entschuldigung.
"Sollte sich herausstellen, dass sie es tatsächlich waren, hat das Konsequenzen", so Stadtsprecher Christoph Kamps. "Das wird nicht billig."
Ein 15-jähriger Hauptschüler erklärte der Polizei gestern bei seiner Vernehmung, die Flasche auf dem Weg zur Schule gefunden und eingesteckt zu haben. Das Pfefferspray ist frei verkäuflich und wird gegen bissige Tiere eingesetzt. In der Schule zeigte er seinen Fund einem Mitschüler. Der 16-Jährige habe die Flasche an sich gerissen und einmal kurz gesprüht. Beim Gerangel um das Spray sei dann noch mehr von dem Mittel entwichen, sagten die Jugendlichen gestern der Polizei.
In der Schule klagten im Lauf des Montagvormittags immer mehr Schüler und auch Lehrer über Atemnot, Unwohlsein und Schleimhautreizungen. 27 Verletzte wurden schließlich in fünf Krankenhäusern behandelt. Zu dem Zeitpunkt war weder klar, welcher Stoff in die Luft gelangt noch wie gefährlich er war. Als Feuerwehr und Polizei mit 120 Kräften und 61 Wagen ausrückten, wurde es den Jugendlichen mulmig. Sie verließen die Schule und warfen die Flasche fort. Die Polizei stellte sie inzwischen sicher. Die Beamten kamen den beiden schnell auf die Spur, als sie andere Hauptschüler befragten.
Die Stadt hat gestern bereits gerechnet. Die Kosten für den dreistündigen Einsatz will sie den Tätern in Rechnung stellen. Diese dürfte nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Bereich liegen.
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