Nettetal: Pierburg baut für die eigene Zukunft
zuletzt aktualisiert: 25.08.2009Nettetal (RPO). Im Pierburg-Werk in Lobberich läuft die Produktion wieder voll. Der Automobilzulieferer hatte vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise zeitweilig bis Mai Kurzarbeit angemeldet. In normalen Jahren erwirtschaften mehr als 400 Arbeitnehmer hier etwa 100 Millionen Euro Umsatz, in diesem Jahr werden es nach Angaben von Betriebsleiter Ken Schmidt etwa 75 Millionen Euro sein.
"Unsere Stärke ist die Fertigungstiefe vom Gießen über das Bearbeiten bis zum Endmontieren der komplexen Produkte", erklärt Ken Schmidt. Als eine von wenigen Gießereien sei Pierburg in der Lage, neben Aluminium auch Magnesium zu verarbeiten. Dies ließ Bürgermeister Christian Wagner sich bei einem Besuch des Unternehmens erläutern. Anlass waren auch laufende Genehmigungsverfahren und Gespräche zwischen dem Unternehmen, der Stadt und der Bezirksregierung. So hat Pierburg neue Absauganlagen und Filter eingebaut, um etwaige Geruchsbelästigungen zu unterbinden.
Wenn am 8. September die Nettetaler Betriebe ihre Türen wieder zur Berufsorientierung für Jugendliche öffnen, ist Pierburg wieder dabei. Das Unternehmen setzt seit mehr als zehn Jahren wieder intensiv auf eine Nachwuchsschulung. Es pflegt Kontakte zu zahlreichen Schulen im Grenzland, bildet aus und übernimmt die geeignete Fachkräfte. Zurzeit werden 21 Jugendliche ausgebildet zu Mechatronikern, Elektriker, Gießerei-, Werkzeug- oderIndustriemechanikern.
"Pierburg ist ein gutes Beispiel, wie weltweit agierende Gesellschaften auch vor Ort Verantwortung übernehmen", stellte Bürgermeister Wagner nach dem Betriebsrundgang fest. In Lobberich werden jährlich etwa 800 000 einbaufertige Ansaug- und Abgasrückführsysteme für zahlreiche Automobilhersteller und rund 1,2 Millionen Rohdruckgussteile für Schwesterwerke produziert. Darunter sind Saugrohre zur Luftversorgung des Motors und Systeme zur gekühlten Abgasrückführung. Der Marktführer bei Saugrohren aus Magnesium setzt verstärkt auf einen neuentwickelten Kühler aus Aluminium-Druckguss. "Mit den stetig steigenden Anforderungen der Abgasgesetzgebung werden Abgaskühler in immer mehr hoch aufgeladenen Pkw-Dieselmotoren zum Standard", erklärte Ken Schmidt. Dies eröffne gute Zukunftschancen für Pierburgs leistungsfähige Systeme.
Das Unternehmen beliefert erstmals auch einen renommierten Hersteller von Schwerlast- und Nutzfahrzeugen mit einem Abgaskühler. Die in Lobberich zur Serienreife entwickelte Technik des Rührreibschweißens von Aluminiumdruckgussbauteilen kommt dort zum Einsatz. "Wir schweißen Aluminiumdruckguss ohne die Zugabe von Zusatzwerkstoffen und Schutzgasen Das ist bislang ein weltweit einzigartiger Prozess im Automobilzulieferbereich", so Schmidt. In Lobberich sind mehrere dieser vollautomatischen, investitionsintensiven Schweißsysteme im Einsatz.
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