Nettetal: Potenzielle Mieter zögern noch
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.03.2009Nettetal (RPO). Der Projektentwickler Ten Brinke ist sicher, dass in zwei Jahren das Einkaufszentrum an der Johannes-Cleven-Straße in Lobberich fertig ist. Im kommenden Frühjahr soll der Abbruch beginnen, dann wird gebaut.
Hans-Werner Schönberg ist ein kühler Profi. Der Geschäftsführer der Firma Ten Brinke weiß sehr genau, was er für die Stadt Nettetal tut und was er von ihr erwartet. Er hat sich in gewissen Grenzen einspannen lassen für Pläne der Stadt, einen Teil der Innenstadt Lobberichs vollkommen neu zu entwickeln. Als ihm Bürgermeister Christian Wagner unlängst stolz die Baugenehmigung überreichte und auf die Leistungen der Kommune hinwies, reagierte Schönberg mit dem trockenen Hinweis, sein Unternehmen stecke Millionen in die Entwicklung Lobberichs. Davon profitiere die Stadt Nettetal. "Wir machen eine Erschließung, die 50 Jahre Bestand haben wird."
Über Ten Brinke
International Ten Brinke bezieht sich auf eine mehr als 100-jährige Tradition. Es gibt Niederlassungen in den Niederlanden, Spanien, England und Griechenland.
Projekte Ten Brinke betreut und entwickelt Projekte im Wohnungs- und Gewerbebau mit gesamten Spektrum eines Immobilienunternehmens, www.tenbrinke.com
Ten Brinke will die südliche Innenstadt vollkommen umkrempeln und ein unansehnliches Gewerbe-Quartier in ein Einkaufszentrum verwandeln. Herzstück wird ein Kaufland-Geschäft. Das ist jedenfalls der Traum der Stadt. Bedenken, dass der im Laufe der Zeit immer größer gewordene Plan angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise wackelig werden könnte, hat Schönberg nicht. "Alle Vertragspartner halten sich an die Erfüllung der Kaufverträge", erklärt er. Ten Brinke selbst sei sowieso ein Unternehmen, das seine Geschäfte unabhängig von Banken gestalte.
Elektronik-Markt soll kommen
Er räumt allerdings ein, dass einige Mietinteressenten im Augenblick "zögerlich" agieren. Neben Kaufland sollen aber keinesfalls Billggeschäfte ansiedeln, sondern ein ausgesuchter Fachhandel, der ausgemachte Versorgungslücken (Unterhaltungselektronik, Drogeriemarkt, Lederwaren) schließt oder Angebote in der Innenstadt ergänzt. Das Geschäft mit Kaufland, der Schwester von Lidl unter dem Dach der Schwarz-Gruppe, bleibe davon unberührt, versichert Schönberg. Es gebe einen Mietvertrag mit einer Laufzeit über 20 Jahre. Auf dem Gelände von VW-Hölter hätte der Laden ausreichend Platz gefunden. Als es aber gelang, auch den Nachbarbetrieb "longlife" zum Umzug zu bewegen, kam eine ganz andere Dynamik in das Geschäft. Der Teppichboden-Hersteller hat von Ten Brinke ein 120 000 m2 großes Grundstück neben dem ebenfalls von Ten Brinke entwickelten "toom"-Baumarkt erworben.
Die Entwicklungsfläche wurde größer, ebenso die Ansprüche der Stadt. "Es war nicht einfach", blickt Schönberg auf die Verhandlungsmonate zurück. Schließlich sollte auch noch das malade Hertie-Kaufhaus in das Paket hinein. Ten Brinke hat es versucht, aber der Versuch scheiterte. "Ich kann nicht mit der ganzen Stadt reden", meint Schönberg im Rückblick. Er klingt leicht genervt. Politiker hätten in dieser Phase reihenweise ihre Fähigkeiten als Fachingenieure entdeckte, stellt er mit mildem Spott fest.
In zwölf Monaten müssen die gebäude an der Johannes-Cleven-Straße geräumt sein. "Dann bleiben zwei Monate zum Abbruch, acht Monate benötigen wir für die Bauphase." Mitte 2011 wäre dieser Abschnitt also fertig. FRAGE DES TAGES
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