Nettetal: Randalierer wüten in Schule
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 28.04.2009Nettetal (RPO). Sie kamen, um zu zerstören – und zwar bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Nächten. Unbekannte brachen in die Lobbericher Hauptschule ein und legten in der Nacht zu Montag einen ganzen Schultrakt lahm.
Als Dieter Heussen gestern früh gegen 7 Uhr den naturwissenschaftlichen Trakt der Hauptschule am Ingenhovenpark in Lobberich betritt, traut der Hausmeister seinen Augen kaum: Der Flur ist komplett mit einem feinen weißen Pulver bedeckt. Ebenso die Fenster, die Wände, die Deckenlampen in allen fünf Räumen. Durch die Türritzen war das Pulver auch in die Fach- und Klassenräume gedrungen.
Auf dem Flur liegen zwei Feuerlöscher. Das weiße Pulver stammt aus den beiden roten Flaschen. Es löschte kein Feuer, sondern richtete, so Heussen, "eine Riesensauerei" an. Das war wohl auch die Absicht der Täter. Der Trakt war gestern für den Unterricht und die Nachmittagsbetreuung gesperrt.
Der Tag
Die Entdeckung Hausmeister Dieter Heussen entdeckte gestern 7 Uhr das Werk der unbekannten Randalierer. Er sperrte den Trakt ab. Die Polizei wurde gerufen.
Der Unterricht Damit kein Unterricht ausfiel, wurden der Raumplan an der Schule für gestern neu durchdacht.
Zeugen gesucht Die Polizei hofft auf Hinweise. Die Täter müssen in beiden Fällen von der Süchtelner Straße gekommen sein. Hinweise unter Tel. 02162-3770.
Keine Spuren hinterlassen
Unbekannte hatten in der Nacht zu Montag den Nebeneingang der Hauptschule aufgehebelt. In ihrem Wüten gingen sie offensichtlich durchdacht vor: Erst öffneten sie die Zwischentüren im Flur des naturwissenschaftlichen Trakts, bevor sie die Feuerlöscher entleerten. Dabei hinterließen sie keine Spuren in der Pulverschicht: Anscheinend wussten sie, dass sie durch einen anderen Eingang die Schule wieder verlassen konnten.
Die Unbekannten sind laut Polizei höchstwahrscheinlich dieselben Täter, die bereits am Wochenende auf dem Schulhof einen Mülleimer aus der Verankerung gerissen hatten und ihn in die Scheibe eines Klassenraums warfen. In beiden Fällen waren die Täter rein auf Randale aus. "So etwas haben wir nicht alle Tage, auch nicht alle paar Wochen", sagt Polizeisprecher Wolfgang Wiese über die Dreistigkeit der Täter, in so kurzer Zeit gleich zweimal die selbe Schule heimzusuchen.
Ein Klirren gehört
Ein Anwohner hatte Samstanacht gegen 23 Uhr ein Klirren gehört, sich dabei aber nichts gedacht. Vermutlich schlugen da gerade die Unbekannten mit dem Metallmülleimer die Scheibe ein. Auch das scheint geplant gewesen zu sein. "Die müssen den Mülleimer mit einem Brecheisen aus der Verankerung rausgerissen haben", sagt Dieter Heussen. Er verweist auf das extrem verbogene Metall und die solide Aufhängung. "Wir hatten den Abfalleimer zusätzlich mit Schrauben gesichert, damit er nicht einfach rausgerissen werden kann", so der Hausmeister.
Heute ist im naturwissenschaftlichen Trakt Großreinemachen angesagt. Der Hausmeister befürchtet, dass die Unbekannten am kommenden langen Wochenende wieder zuschlagen könnten. Er macht zwar regelmäßige Kontrollgänge. Verhindern konnte er das Wüten nicht. "Das macht einen ärgerlich", sagt er über die sinnlose Zerstörungskraft. "Die Polizei fährt Streife und hält die Augen offen", kündigte Wolfgang Wiese an.
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