Nettetal: Rat hat den Plan für Lobberich beschlossen
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 28.08.2008Nettetal (RPO). Ganz am Ende wurde es noch einmal eng im Planungsausschuss: Die Politik hatte ihre Zustimmung zum Bebauungsplan für die südliche Lobbericher Innenstadt davon abhängig gemacht, dass ein ganzes Geflecht von Verträgen und verbindlichen Verabredungen vorliegen müsse. Als Bürgermeister Christian Wagner mit Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel in die laufende Sitzung kamen, stellte Vorsitzender Ingo Heymann fest, was alle sahen: Wagner wirkte locker und entspannt, es war alles im „grünen Bereich“.
Die Stadt hat mit Tempo das Verfahren zur Umgestaltung der südlichen Innenstadt vorangetrieben. Die Firmen Hölter und longlife werden ihre Standorte räumen. Hölter baut in Dülken neu, longlife wird im Nordosten Lobberichs aktiv werden. Zwischen von-Bocholtz- und Breyeller Straße entsteht nun ein neues Einkaufs- und Wohnviertel. Die Stadt verspricht sich Impulse für den Einzelhandel und mehr Leben für die Innenstadt. Denn neben Geschäften und Gastronomie sollen neue Wohnräume entstehen.
Der eng gesteckte Zeitplan zwang die Stadt, Investor ten Brinke und die beiden Unternehmen zu hoher Disziplin. Ten Brinke hat zahlreiche Zugeständnisse an die Stadt machen müssen, das Unternehmen finanziert die gesamte neue Verkehrsstruktur vom Fenland-Ring über die südliche Friedensstraße bis zur Johannes-Cleven-, Breyeller, Hoch- und Düsseldorfer Straße. Dazu gehören auch die Parkplätze.
Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche referierte noch einmal, wie umfassend dieser Bebauungsplan Lobberich beeinflussen wird. Das schlingernde Kaufhaus „Hertie“ benötige diesen Impuls zur Sicherung des Standorts. Der Frischemarkt Kaufland allein wird dieses Zentrum nicht beherrschen, weil ausdrücklich ganz bestimmte andere Sortimente hier anzusiedeln sind. Planer und Politiker erwarten eine höhere Durchlässigkeit in Richtung Hoch- und Martkstraße und eine grundsätzliche Aufwertung der gesamten Innenstadt.
Risiken und Chancen
Kritik übte noch einmal die FDP. Sie hat Vorbehalte gegen Kaufland wegen der von ihr erwarteten Kundenstruktur und fürchtet ein eher sinkendes Kauf- und Sortimentsniveau. Dass die Planung nicht frei von Risiken ist, wissen auch die anderen Fraktionen. Sie allerdings sehen weitaus mehr Chancen für die Entwicklung der Innenstadt. Wie Wagner wiesen sie darauf hin, dass die Stadt nur eingeschränkt Einfluss auf ein überwiegend privates Vorhaben nehmen könne. Im übrigen sei auch bei Anfragen anderer Investoren immer nur Kaufland als „Anker-Mieter“ genannt worden. Andere Lebensmittel-Verkaufskonzerne hatten demnach von vornherein nie ein Interesse daran, sich auf dem Gelände anzusiedeln.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


