Nettetal: Raus an die frische Luft
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 07.04.2008Nettetal (RPO). Das Frühlingsfest in Kaldenkirchen lockte an zwei Tagen zahlreiche Besucher an. Schausteller hatten zur Frühkirmes ihre Geschäfte aufgebaut. Gestern waren in der Innenstadt die Geschäfte geöffnet.
Die Nettetaler lechzen nach Frühling mit Sonne und warmen Temperaturen. Zur Frühkirmes mit Frühlingsfest in Kaldenkirchen schien Petrus den Organisatoren und Teilnehmern am Samstag zunächst aber einen dicken Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Dauerregen tauchte die Innenstadt in Tristesse. Doch kaum klarte es gegen 15 Uhr auf, strömten die Menschen in die Fußgängerzone. An beiden Tagen dürfte es einige tausend Besucher nach Kaldenkirchen gezogen haben.
Am Weinstand von Manfred und Erna Stauff tummelten sich besonders schnell erste Interessierten. „Wir bieten seit einigen Jahren in Kaldenkirchen unsere roten und weißen Weine an“, berichtete Erna Stauff. Sie bauen ihren Wein in Rheinhessen, einer der führenden Weinanbaugegenden Deutschlands, an. Inzwischen hat die Familie Bekannte in Nettetal. Weine verkaufen die Stauffs hier auch außerhalb der Stadtfeste. „Es kommt vor, dass Besucher des Frühlingsfests Flaschen mitnehmen und zu Hause probieren. Und dann bestellen sie Wein bei uns“, erzählte Erna Stuff.
Brauchtum
Frühkirmes Zwei Wochen nach Ostern ist stets in Kaldenkirchen Frühkirmes mit Jahrmarkt.
Frühlingsfest Seit einigen Jahren ergänzt „Kaldenkirchen aktiv“ das Wochenende um das Frühlingsfest in der Innenstadt. Die Geschäfte sind sonntags geöffnet, es gibt viel Musik auf mehreren Bühnen und zahlreiche Stände. Nettespargel gab es in diesem Jahr auch schon wieder.
Nur ein paar Schritte weiter hatte sich Korbmacher Nikolaus Lorse mit seinen vielfältigen Produkten aufgestellt. Er haderte etwas mit dem nasskalten Wetter. Doch hellte sich seine Miene auf, als es trocken wurde und die sich Fußgängerzone sofort belebte. Lorse kommt aus Mönchengladbach, seine beiden Brüder betreiben in der Eifel eine kleine Korbmacherei. „Wir sind zum zweiten Mal beim Frühlingsfest“, berichtete Lorse. Seine Körbe werden aus Zuchtweiden hergestellt. Selbst ein routinierter Flechter benötigt etwa fünf Stunden, um einen Korb mit eckigem Boden zu fertigen.
Der Lobbericher Hans Josef Bäumges hielt erlesene Spezialitäten bereit. Alle erdenklichen Gewürze und Öle hatte er ausgebreitet. Auf einer Seite standen unterschiedliche Senf-Sorten. Sie alle werden in traditioneller Weise und in Handarbeit hergestellt, sagte er. Dem interessierten Kunden bot er bereitwillig alle Sorten zum Probieren an: Knoblauchsenf, Wabensenf oder Rieslingsenf. Man kann sie alle beispielsweise „zum Verfeinern von Dressing oder Soßen nutzen“, erklärte er etwas ratlosen Fragern.
Auch zu später Stunde tummelten sich in der Fußgängerzone viele Passanten. Auf der Bühne am Brigittenheim spielte die Coverband „Kings for a Day“. Am gegenüberliegenden Bierstand, wo Geschäftsleute aus Kaldenkirchen die Kunden bedienten, versammelten sich zahlreiche Zuschauer unter dem großen Vordach und hörten mit Interesse die neu interpretierten bekannten Musikstücke.
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