Nettetal: Realitätsnah geprobt
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 15.04.2009Nettetal (RPO). Aus den Trümmern einer illegalen Abrissparty zogen Feuerwehrleute jede Menge Verletzte. Das Szenario auf dem Niedieck-Gelände war nicht echt. Bei einer Großübung der Einsatzkräfte probten die Retter den Ernstfall.
Die Lage war ernst: Aus den Trümmern erklangen Schreie. Verletzte standen unter Schock und drohten, sich vom Dach in die Tiefe zu stürzen.
Ein chaotisches Bild bot sich den Rettern auf dem Abrissgelände der Firma Niedieck. Dieses aber war nicht echt. Der Einsatz war eine Übung – die 42. Gründonnerstagsübung des Malteser Hilfsdienst Nettetal. Sie stand unter dem Namen "Spring Jam 2009".
Das Szenario: Bei einer illegalen Abrissparty gab es einen Teileinsturz einer Hallendecke. Die Ausgänge waren versperrt. Nur die Feuerwehr hatte Zugang zu den Hallen. Die Wehrmänner beruhigten und bargen auch die auf das Dach Gekletterten mit Hilfe der Drehleiter.
Die Übung
Teilnehmer 149 Ehrenamtliche aus dem ganzen Kreis Viersen waren dabei: 70 Malteser, 32 Technisches Hilfswerk, 30 Feuerwehr, Löschzug Lobberich, 17 DRK.
Darsteller Die 50 Verletztendarsteller stellten THW und MHD.
Tradition Seit 42 Jahren übt der Malteser Hilfsdienst Nettetal (MHD) in der Nacht vom Gründonnerstag zum Karfreitag den Katastrophenschutz.
Schock und Schürfwunden
Sie leisteten Schwerstarbeit: Tragehelfer von MHD und Sanitäter vom MHD übernahmen 7 Schwer-, jeweils vier Mittel-, und Leichtverletzte. Die Diagnosen: Schädelhirntrauma, zwei Mal Verdacht auf Querschnittsverletzungen, Knochenbrüche und Beinen und Armen, Schürfwunden sowie Schock.
Immerhin waren 14 Verletzte ansprechbar. Dazu kamen 25 unverletzte Partybesucher, deren Identität festgestellt werden musste. Das sei sehr realitätsnah, lobte leitender Notarzt Dr. Peter Lehnen.
"Sehr gut war, dass die Unverletzten schnell mit einem Bus vom Gelände gefahren und zur weiteren seelsorgerischen und psychischen Betreuung in eine Turnhalle gebracht wurden", urteilte Dr. Lehnen. Ebenfalls Lob gab es von dem Mediziner für die Aufteilung der Behandlungsplatzes gewesen. Die Retter richteten je ein großes Zelt für Schwer-, Mittel- und Leichtverletzte ein.
Allerdings werde es künftig auch noch einiges zu verbessern geben, waren sich die Chefs aller beteiligten Hilfsdienstenach der Übung bei der Auswertung einig. In der Kommunikation zwischen den verschiedenen Diensten knirsche es schon mal. "Die Zusammenarbeit hat aber geklappt. Solche gemeinsame Übungen sollten öfter stattfinden", bemerkte MHD-Stadtbeauftragter Willi Pollmanns, der als "neutraler Beobachter" bis nach Mitternacht dabei war.
Übungsziele erreicht
Positiv bewerteten alle die schnelle Abwicklung: Alarmierung war um 21.44 Uhr, Übungsende um 23.20 Uhr. Nachdem kurz nach Mitternacht das Material verstaut war, ging's zum nächtlichen Essen in das nahe liegende MHD-Zentrum. Dabei gab's die erste Manöverkritik und eben auch viel Lob. Schließlich wurden die Übungsziele erreicht: Schnellstmögliche Versorgung, Registrierung und Betreuung der Verletzten, Stabilisierung, Versorgung und Transport sowie die Nutzung vorhandener Gebäude zur Versorgung und Betreuung.
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