Nettetal: Reisen in die Welt der Fantasie
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Nettetal (RPO). Zum Abschluss des Sommerleseclubs waren die Teilnehmer ins Zirkuszelt der Jugendherberge
Hinsbeck eingeladen. Dort durften sie einen Blick hinter die Geschichten werfen und einen Autor kennen lernen.Eine Reise in die Welt der Fantasie haben zahlreiche Kinder während der Sommerferien unternommen. Sie haben mit schlauen Detektiven kniffelige Kriminalfälle gelöst, haben wundersame Abenteuer mit Feen, Hexen und Zauberern erlebt oder sind mit Vampiren durch die Nacht geflogen. Mit den Bildern der vielen Geschichten im Kopf und mit vor Erwartung leuchtenden Augen kamen die Fantasieurlauber gestern zur Abschlussveranstaltung des Sommerleseclubs in das bunte Zirkuszelt der Jugendherberge Hinsbeck.
"Hier treffen sie viele, die auch gelesen haben", sagt die stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei, Birgitt Mager. Sie hatte für die Teilnehmer darüber hinaus eine besondere Begegnung arrangiert: Die Kinder durften hinter die Geschichten blicken und sahen sich einem richtigen Autor gegenüber. Frank Reifenberg nahm die Fünftklässler mit auf die "Rennstrecke" und stellte ihnen die Helden seiner rasanten Reihe "Speedkidzz" vor.
Drei Bücher gelesen
Am Sommerleseclub haben sich insgesamt 110 Schüler erfolgreich beteiligt. Sie alle haben in den Ferien mindestens drei Bücher gelesen. Zwei Jungen haben sogar mehr als zehn Geschichten geschafft.
Angemeldet hatten sich 122 Kinder. Die Mädchen haben im Schnitt 4,3 Bücher gelesen, die Jungs 4,6.
Lesen als Gemeinschaftsgenuss
"Sie treten zum Ende der Saison gegeneinander an und nur einer kann gewinnen." Die Kinder lauschten gespannt und erlebten das Lesen als Gemeinschaftsgenuss – "sonst geht man beim Lesen ja doch eher allein auf die Reise", sagt Mager. Sie konnte in den Ferien insgesamt knapp 500 Bücher an die Schüler verleihen und wertet das als Erfolg. "Für viele ist es eine Initialzündung. In diesem Alter begeistern sich die Kinder noch für Bücher. Später erreichen wir sie nicht mehr, wenn sie nie gelesen haben." Einige kämen auch nach den Ferien wieder. Kleine Entdecker für die Welt der Bücher zu gewinnen, ist für die Mitarbeiter der Stadtbücherei der Ansporn, auch im nächsten Sommer zum Leseclub einzuladen und die Teilnehmer zu motivieren, mindestens drei Bücher zu lesen.
"Schön zu sehen, wenn ein Kind sich mit einer Geschichte beschäftigt hat und seine Augen leuchten, wenn es anschließend darüber erzählt", berichtet Mager. Sie würde sich allerdings noch mehr Bücherwürmer wünschen. "Ganz viele haben sich angemeldet, aber längst nicht alle sind auch gestartet. Oft ist der Weg in die Bücherei nach Breyell das Problem." Die Eltern müssten die Kinder immer bringen. "Manche kommen auf diese Weise auch zum ersten Mal zu uns."
In der Bücherei habe auch er die Welt der Geschichten für sich entdeckt, erzählte Autor Frank Reifenberg. Heute schreibe er die Geschichten, die er als Kind gerne gelesen hätte. Als wichtigstes Gepäck auf der Reise in der Fantasie gab er den Kindern echte Helden, Bösewichte und eine spannende Handlung mit. FRAGE DES TAGES
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