Nettetal: Rochlitzer zu Besuch in Nettetal
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 05.05.2009Nettetal (RPO). Es war Kerstin Arndts fünfter Besuch in Nettetal. Und ihr erster als Oberbürgermeisterin von Rochlitz. Ihr Amtsvorgänger Joachim Knappe gehörte ebenfalls zur Delegation. Beim Besuch der FDP-Fraktion aus der ostdeutschen Partnerstadt zeigte sich Nettetal von seiner allerschönsten Seite. Die Nettetaler FDP und die Stadt hatten für die Besucher zwei attraktive Programme zusammengestellt.
Der demografische Wandel
Es wurde nicht nur besichtigt. Der demografische Wandel und seine Folgen waren Thema beim Besuch des Textilmuseums "Die Scheune" in Hinsbeck. Unter einem knapp 70 Jahre alten Birnbaum auf der Weide hinter dem Textilmuseum saß die Delegation aus Rochlitz mit Vertretern der Nettetaler Verwaltung und den Vertretern der ZWAR-Arbeitsgruppe "Wohnen im Alter" – der Förderschullehrerin Elisabeth Olschewski und der pensionierten kaufmännischen Angestellten Ingrid Lange – zusammen. Sie diskutierten die Chancen der demografischen Entwicklung in Rochlitz und Nettetal.
Die Nettetaler erfuhren: Rochlitz ist Sachsens "drittälteste Stadt", bezogen auf das Alter der Einwohner. 39 Prozent sind über 65 Jahre. "In zehn Jahren werden es über 50 Prozent sein", so Arndt. Nach der Wende nutzte die Stadt Fördermittel des Bundes, um "Alt und Jung unter einem Dach" zu bringen: Kindergarten und Altenwohnungen wurden auf einem Grundstück gebaut. Aktuelle Programme seien oft jedoch realitätsfern. Das bestätigte auch Christian Wagner: "Die Umsetzung des Mehrgenerationshauses ist nicht so einfach wie das in der Theorie aussieht." Oft seien die Interessen von Familien nicht mit denen Älterer in Einklang zu bringen.
Wagner berichtete über die behutsame Entwicklung der Zwar- Gruppen in Nettetal. Zum Anfang habe Skepsis geherrscht, weil viele Ältere in Vereinen bereits stark vernetzt sind. Es bestehe aber ein Bedarf für Zwar. Die Zwar-Vertreter berichteten über die vierjährige Suche nach geeigneten Wohnformen im Alter. Für Kerstin Arndt waren die Zwar-Gruppen eine interessante Möglichkeit auch für Rochlitz.
Abwechslungsreich war auch das übrige Programm. Es reichte vom Besteigen des Lamberti-Turms in Breyell über eine Besuch beim Kaldenkirchener Spargelbauer Willi Bonacker bis hin zum Besuch des Düsseldorfer Landtages, den FDP-Landtagsabgeordneter Dietmar Brockes vorstellte.
Der Rochlitzer Bäckermeister und Liberale Sven Krause war am Samstag um 4.30 Uhr in der Backstube des Breyeller Kollegen Elmar van Bracht und erlebte wie "Breyeller Brötchen" gebacken wurden.
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