Nettetal: "Rückenwind im Kampf gegen Lobberich"
zuletzt aktualisiert: 06.07.2009Nettetal (RPO). Die "Aktion Bürger für Kaldenkirchen" (ABK) will am 30. August in den Rat. Vor etwa 130 Besuchern in der Gaststätte "Zur Mühle" verkündeten die Initiatoren Heinz-Gerd Färvers und Heinz Overhage, sie wollten die "Benachteiligung Kaldenkirchens" beenden. Dass die meisten Besucher aktive Mitglieder im TSV Kaldenkirchen waren, erklärte Färvers damit, es sei "in Kaldenkirchen kaum möglich, am TSV vorbeizukommen". Fast jeder sei mit dem Verein verbunden. ABK-Leute beteuern inhaltlichen Abstand zum Verein.
Problem mit Sportstätten
Färvers räumte aber ein, für ihn sei "das Fass übergelaufen", als die Stadt sich dem Wunsch des Vereins verweigerte, die Platzanlage für 2,3 Millionen Euro einem privaten Investor zu verkaufen. Der wollte dort Wohnungen bauen. Der TSV plante mit dem Geld den Bau einer neuen Sportanlage. Färvers: "Wir schieben einen Sanierungsstau in Höhe von 1,2 Millionen Euro vor uns her. Wir haben das Ziel, den Vorsitzenden bei seiner schweren Aufgabe zu unterstützen. In Kaldenkirchen gibt es ein generelles Problem mit Sportstätten." Rund 4000 Flugblätter hat die ABK im Stadtteil verteilt. Heinz Overhage listete Themen auf, die die Initiative anpacken will: die Stellung Kaldenkirchens im Gefüge Nettetals stärken, Schulpolitik, Verkehrskonzept, Drogenpfad, Sportförderung. "Wir streben Veränderungen gemäß Bürgerwünschen an", erklärte er. Im Saal gab's nur zwei Themen: Sportstätten und Verkehrskonzept. Man fühle sich von der Stadt beim Neubau der Sporthalle unter Druck gesetzt. Aus dem Konjunkturpaket II sollten 2,5 Mill. Euro fließen, es sei aber eine Zumutung, dem Förderverein jetzt 500 000 Euro abzuverlagen. "Was passiert, wenn der das Geld nicht zusammenbekommt?"
Ortsvorsteher Andreas Bartsch, der mehrmals auf Bitten der ABK versuchte, Fakten aufzuklären, sicherte zu, die Halle werde gebaut. Heftige Kritik übten viele Besucher am neuen Verkehrskonzept. Auf die Frage, ob jemand den Sinn der jüngsten Veränderungen in der Fähr-/ Poensgenstraße und durch Tempo 30-Zonen im Stadtkern begriffen habe, meldete sich niemand. "An der Kreuzung Grenzwald-/ Severusstraße kommt es jetzt häufig zu Beinaheunfällen. Elternlotsen fürchten um die Sicherheit der Schulkinder", schimpfte ein aufgebrachter Bürger. Auch die Verkehrsberuhigung in der Buschstraße sei im Ergebnis eine Verkehrsgefährdung von Kindern und Radlern. Überlastet seien Ring- und Kreuzmönchstraße, überzeugende Konzepte fehlten. "Sie verleihen uns Rückenwind gegen Lobberich", stellte Färvers am Ende befriedigt fest. Die ABK habe 30 aktive Mitglieder. Ihr Ziel sei es, Kaldenkirchener Ratsmitglieder bei ihrer Arbeit für den Stadtteil zu unterstützen.
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