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Nettetal: Saubermann von Lobberich

VON SABRINA TILGNER - zuletzt aktualisiert: 16.07.2009

Nettetal (RPO). Bernd Hartmann sorgt seit Mai in Lobberich und Hinsbeck für Ordnung und Sauberkeit. Bei den Bürgern ist der Ortsteilpfleger auf seinem leuchtend orangen Fahrrad schon eine bekannte Größe.

Ein Mann räumt auf: Bernd Hartmann ist der Ortsteilpfleger von Lobberich und Hinsbeck - und den Bürgern bereits wohl bekannt.   Foto: RPO
Ein Mann räumt auf: Bernd Hartmann ist der Ortsteilpfleger von Lobberich und Hinsbeck - und den Bürgern bereits wohl bekannt. Foto: RPO

lobberich/Hinsbeck Bernd Hartmann ist der Mann, der die Ecken und Winkel in Lobberich und Hinsbeck sauber und ordentlich hält. Mit seiner Greifzange, mit Besen, Schaufel, Heckenschere und Müllbeuteln durchforstet er die Straßen, pickt benutzte Taschentücher und leere Zigarettenpackungen vom Asphalt auf. Er entfernt dort den Abfall, wo die Bürger ihn entdecken und wo die Straßenreiniger des Bauhofs nicht hingelangen. Der 51-Jährige ist einer der drei neuen Ortsteilpfleger, die die Stadt seit Mai im Kampf gegen den Müll und als Ansprechpartner für die Bürger in Nettetal einsetzt.

Alle paar Meter "Guten Morgen"

Bernd Hartmann schlüpft in seine leuchtend orange Warnweste und radelt auf seinem ebenso leuchtenden Bäckerfahrrad auf seiner festgelegten Route los. Die Menschen auf der Straße erkennen ihn, obwohl er erst zwei Monate im Einsatz ist. "Guten Morgen", rufen sie ihm alle paar Meter zu. Und sie loben seine Arbeit. "Die Stadt sieht jetzt sauberer aus", melden sie dem Rathaus. Und sie sagen Bernd Hartmann, wo sich der Müll türmt oder wo es Schäden gibt. Zuletzt zum Ingenhovenpark. An einer Holzbrücke war eine Bodenlatte herausgerissen. "So etwas melde ich dem Bauhof. Die reparieren das, damit sich kein Spaziergänger die Beine bricht", sagt Hartmann.

Info

Die Routen

Bauhof-Mauer, Kreisverkehr Möbel Busch, Fußgängerzone in der Innenstadt, Ingenhovenpark (auch außen), Rathaus, Mauer zum Doerkesplatz, der Platz selbst, Zentralparkplatz hinter Amtsgericht, Platz vor der Kirche St. Sebastian, Brockerhof-Parkplatz, Fenlandring, Krankenhaus, Park am Ludbach, Caudebec-Ring.

Hinsbeck Bushaltestellen am Marienheim, Parkplatz am Neuenweg, Vorplatz Sparkasse und Kirche, Bergstraße plus Park, Marktplatz, Treppen, Schlossstraße plus Park, Altes Amt, Edeka-Parkplatz, Bushaltestellen Johannesstraße, Kreisverkehr, Ginkesweide, Park.

Er stoppt an den öffentlichen Plätzen, zum Beispiel am Doerkesplatz. "Parkplätze sind immer am dreckigsten", erzählt er. Er sammelt Verpackungsfolien, Pappbecher und einen Schwamm zwischen den Autos ein. "Anfangs lag hier richtig viel Dreck herum." Obwohl er seinen Job sichert, ärgert sich der Lobbericher über den Müll: "Was sollen denn Touristen für einen Eindruck von der Stadt haben?" Besonders schlimm findet er zerbrochene Glasflaschen und Spritzen im Park. "Das ist gefährlich für Kinder", sagt er. Manchmal wird die Arbeit für Bernd Hartmann brenzlig, zum Beispiel wenn er von Betrunkenen angepöbelt wird. "Da etwas zu sagen bringt nichts. Darüber muss man hinwegsehen." Paroli bietet der Ortsteilpfleger allerdings, wenn er Müllsünder oder Hundebesitzer erwischt, die den Dreck ihres Tiere nicht einsammeln. Manche werden frech, sogar aggressiv. Hartmann bleibt freundlich und ruft notfalls das Ordnungsamt.

Am Kreisverkehr an der Kirche St. Sebastian springt er vom Fahrrad, greift eine Radkappe auf dem Grünstreifen und stopft sie in den Müllsack. "Das muss ja nicht da rumliegen", murmelt er. Bernd Hartmann ist stolz auf seine Arbeit, die von Stadt und Arge finanziert wird. Auch weil sie seine erste Festanstellung seit 13 Jahren ist. Ein halbes Jahr Probezeit hat der gelernte Schreiner. Ein Jahr läuft sein Vertrag, auf ein zweites kann verlängert werden.

Und dann? "Ich wünsche mir, dass daraus eine Festanstellung wird. Denn die Arbeit an der frischen Luft und der Kontakt mit den Bürgern machen Spaß. Und Müll stirbt nie aus."

Quelle: RP

 
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