Nettetal: Schönfelders Sportformel
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.06.2009Nettetal (RPO). Der Erste Beigeordnete hat den Entwurf zu einem neuen Sportförderkonzept zur Beratung vorgelegt. An einer im Rathaus neu entwickelten Förderformel gibt es bereits Kritik. Geplant ist auch ein Notfonds für Unvorhergesehenes.
Erster Beigeordneter Armin Schönfelder hat den Fraktionen und den Sportfunktionären eine umfangreiche Lektüre für die Ferien aufgegeben. Es handelt sich um den Entwurf eines neuen Sportförderkonzepts. Wird es verabschiedet, bildet es die Basis für konkrete Maßnahmen, die nach einer Prioritätenliste umgesetzt werden sollen. Vorab gab es allerdings bereits Kritik an dem Werk im Sportausschuss.
Schönfelder ist dabei, das bisherige Förderkonzept vollständig umzukrempeln. Sein Entwurf orientiere sich nach dem Bedarf. Das Geld solle gerecht und nach überschaubaren Kriterien verteilt werden. Ziel sei es, die "tägliche Arbeit des Sports" in Nettetal wirksam zu unterstützen. Unterschieden werden Zuschüsse für Instandhaltung und Sanierung einerseits sowie für Investitionen in neue oder verbesserte Anlagen andererseits. Abrücken will Schönfelder von der Praxis, Anträge nach der Reihenfolge des Eingangs bearbeiten zu lassen.
Fördergrundlagen
Kriterien Unterschieden wird zwischen Instandhaltung und Neuinvestition. Dazu kommen die Anzahl der Mitglieder, die Bedeutung des Vereins in Nettetal.
Struktur Gemessen wird außerdem die Bindung von Jugendlichen, Senioren und der Anteil weiblicher Mitglieder.
Historie Berücksichtigt wird in der Förderformel außerdem auch die Förderquote seit 1996.
Außerdem möchte die Verwaltung einen Notfonds anlegen, der 20 Prozent der Gesamtförderung beträgt. Das Geld soll in unvorhersehbare Instandsetzungen oder Investitionen gesteckt werden können. Für Projekte, die den üblichen Finanzrahmen sprengen, stellt die Verwaltung eine gesonderte Finanzierung im Haushalt in Aussicht. Zwar dürfen die dem Stadtsportverband angehörenden Vereine und Verbände weiterhin städtische Anlagen kostenfrei nutzen. Allerdings erhalten auch nicht vereinsgebundene Sportler das verbriefte Recht, Anlagen zu nutzen, deren Auslastung dies hergibt. Die Stadt will den Breitensportgedanken ausdrücklich fördern, in dem sie auch "Jedermann-Sportanlagen" zur Verfügung stellt. Darauf müssen sich auch Vereine mit eigenen Anlagen einstellen. Sie erhalten von der Stadt eine Pauschale zur Pflege und dazu Geld für die Unterhaltungskosten – von der Heizung über Gebühren für Kanal und Wasser bis hin zum Schornsteinfeger.
Zur "gerechten Verteilung" der Fördermittel hat Schönfelder mit seinen Mitarbeitern eine Formel entwickelt. Sie stellt ein Verhältnis zwischen Einwohnern und Mitgliedern des jeweiligen Vereins her, berücksichtigt außerdem das Verhältnis von Jugendlichen, Senioren und Frauen zu den Mitgliedern.
Hieran entzündete sich im Sportausschuss die Kritik, noch ehe die Beratung in den Fraktionen begonnen hat. Hans Kettler (SPD) bezweifelt, dass man Sportförderung so sinnvoll betreiben könnte, zumal nur 50 000 Euro jährlich zur Verteilung anstünden. Der Stadtsportverband fürchtet, dass die neue Regelung vor allem die kleineren Vereine erheblich benachteiligen wird, wie Vorsitzender Willi Wittmann erklärte.
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