Nettetal: Schürmann: Wir wollen Veränderung
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 06.06.2009Nettetal (RPO). "Wir hatten mit der Volksschule in Deutschland schon eine Gesamtschule", stellt Renate Hendricks fest. Die stellvertretende Schulpolitische Sprecherin der SPD im Landtag weiß, dass der Vergleich hinkt. Aber sie weist darauf hin, wie viele ältere Bürger heute sagen, sie hättben die Volksschule besucht und aus ihnen sei auch etwas geworden.
Die Politikerin ist Gast des "Bildungsgipfels" ihrer Partei in Nettetal. Mit Christian Schürmann, dem Bürgermeister-Kandidaten, diskutiert sie vor dem Hintergrund der Debatte um eine weitere Gesamtschule in Nettetal. "Eine Drittelung von Schülern auf einer Gesamtschule ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Diese Quote gibt es schlicht nicht", betont Hendricks. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts in Köln hat der Direktor die Aufgabe, die Schüler auszuwählen. Die Landesregierung ging nach ihrer Niederlage nicht in Revision. Sie will per Erlass die Quote durchsetzen.
Dieses Thema führte kürzlich zu einer Auseinandersetzung zwischen Verwaltung und Christian Schürmann. Das Vorgehen der Stadtverwaltung ordnet er stilistisch in die "unterste Schublade" ein, zumal man es darauf angelegt habe, ihn gezielt wegen seines Alters zu diskreditieren. "Mir geht es um die Chancen der Kinder und um den Willen der Eltern. Wir sollten inhaltlich sachlich bleiben."
Die realen Anmeldezahlen an den Schulen sprächen eine deutliche Sprache. Schürmann berichtet, es gebe bis jetzt lediglich 36 Anmeldungen an beiden Hauptschulen, aber 229 an der Gesamtschule. Am 30. August, bei der Kommunalwahl, hätten Eltern zu entscheiden, welcher Weg eingeschlagen werde. "Wir können nichts versprechen. Aber wir müssen klar machen, dass wir eine Veränderung wollen", unterstreicht Schürmann. Reden wolle er auch mit Grünen und der FDP. "An uns soll es nicht scheitern" sagt Guido Gahlings von den Grünen im Zuhörerraum.
Renate Hendricks bringt einen weiteren Aspekt in die Debatte. Es habe sich inwischen ein Bündnis aus katholischen und evangelischen Verbänden sowie Gewerkschaften gebildet. Dieses Bündnis fordere ein längeres gemeinsames Lernen.
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