Nettetal: Schutt abgeräumt, dann Gottes Lob gesungen
VON ANGELA WILMS-ADRIANS - zuletzt aktualisiert: 18.09.2009Nettetal (RPO). Schon bevor aller Orten Jugendchöre aus dem Boden zu schießen schienen, formierte sich in Lobberich eine Gruppe Jugendlicher, um Gottesdienste mit Musik nach ihrem Geschmack aufzupeppen. Die ersten Aktiven kamen aus der Pfarrgruppe, die 1967/68 meterhohen Schutt aus der Alten Kirche geschafft hatte. Sie sangen zu ihrer feierlichen Wiedereinweihung – anfangs nur einstimmig.
"Wir hatten nur Texte, häufig schlechte Übersetzungen amerikanischer Originale und keine Noten. Spirituals und Gospels wurden passend gemacht, wir holten uns Anregungen von der Jongeren Kerk in Venlo", sagt Ralf Schmeink. Der 43-Jährige hat sein silbernes Chorjubiläum längst hinter sich und zählt sich scherzhaft zu den Fossilen. Der besondere Bezug zur Alten Kirche blieb, doch die Bezeichnung Jugendchor war irgendwann nicht mehr angebracht. Ein neuer Name musste her. Wegen des "Katakombencharakters" der Kirche einigte man sich auf den doppeldeutigen Namen "Tonscherben, Chor der Alten Kirche St. Sebastian". "Von den Jugendchören sind wir einer der ältesten, aber von den Kirchenchören einer der jüngsten", wagt Stefan Hauertz den doppelsinnigen Vergleich angesichts der Gründungsgeschichte und eines Altersspektrums von 15 bis 55 Jahren. Mit Heidi Peters und Claudia Fehre bildet der 40-Jährige den Vorstand.
War der Chorleiter zu Beginn einer aus den eigenen Reihen, so übernahm mit dem Organisten Berthold Botzet ein Profi die musikalische Verantwortung. Das Repertoire wuchs: Es wird öfter mehrstimmig gesungen und häufig "getragener". Jetzt betreut Barbara Bruns die Sängerinnen und Sänger. Früher wurde in der Alten Kirche geprobt, wo es mangels Heizung im Winter oft zu kalt war. Seit 10 Jahren ist das Gemeindehaus "Brücke" Treffpunkt für Proben mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr. Doch weiterhin singt der Tonscherben Chor jeden zweiten Sonntag eines Monats zur Messe um 18.30 Uhr.
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