Nettetal: Sechs entscheidende Jahre
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009Nettetal (RPO). Porträt Christian Wagner ist der Kandidat der Nettetaler CDU für das Amt des Bürgermeisters. Er will nach der Kommunalwahl am 30. August die Arbeit fortsetzen, die er vor fünf Jahren in der Stadt begonnen hat.
Christian Wagner ist bepackt mit Kaffeekanne, Bechern, Milch und Zucker, Servietten und Kaffeelöffeln, als er zum Schaager Kreuzgarten radelt. Sohn Florian hat er vorher zum Kindergarten gebracht. Wagner ist ein Familienmensch, der gerne Bodenständigkeit betont. Vor fünf Jahren wurde er als vergleichsweise junger Mensch Bürgermeister in Nettetal. Als Kandidat der CDU will er die Angefangene Arbeit im Rathaus nach dem 30. August fortsetzen. Sie trägt zu einem großen Teil seine Handschrift.
Wagner hat für das Gespräch den Kreuzgarten ausgewählt. Er ist ein meditativer Ort, Ausdruck einer fast unwirklich weit zurück liegenden Volksfrömmigkeit, er hat Spiritualität und dient ursprünglich als Gedenkstätte für die Toten des Zweiten Weltkriegs. Als Wagner im Oktober 2002 mit seiner Frau Sandra nach Nettetal kam, entschied sich das junge Paar für Schaag als Wohnort. "Wir haben es nicht bereut – im Gegenteil", unterstreicht der gebürtige Hagener.
Christian Wagner
Persönlich Christian Wagner wurde geboren am 4. August 1971 in Hagen. Er ist verheiratet mit Ehefrau Sandra. Zur Familie gehören Florian (5) und Luisa-Marie (2).
Freizeit Er liebt Spaziergänge und Radtouren, besucht mit seiner Frau gerne Kino und Theater, spielt Tennis und spielt gerne Skat oder Doppelkopf.
Beruf Der Jurist kam 2002 von der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU als Beigeordneter nach Nettetal. Seit 2004 ist er Bürgermeister.
Internet Wagner wirbt für sich auf der seite www.wagner-fuer-nettetal.de.
Leben auf dem Dorf
Im dörflichen Leben fühlt er sich wohl, er hat sich nach einer Weile einigen Vereinen angeschlossen. Die Kinder Florian (5) und Luisa-Marie (2) kamen am Niederrhein zur Welt und bilden den privaten Mittelpunkt des viel beschäftigten Vaters. Christian Wagner ist ein ausgesprochener Familienmensch. Kein Wunder, dass er sich auf die Fahnen schrieb, Nettetal so familienfreundlich wie möglich zu machen. Das Privatleben der Familie in der alten Schaager Schule trennt er strikt von beruflichen Ambitionen. Interviews zu Hause auf der Couch lehnt er ab.
In den vergangenen Jahren sei er gereift, sagt Christian Wagner von sich. Familie höre nicht in Kindergarten und Grundschule auf. Sein Eintreten für ein eigenes Jugendamt habe auch damit zu tun, dass er für die Jugendlichen im als gemeinhin "schwierigen Alter" etwas tun möchte. Eingesehen hat er, dass sich nicht alle jungen Menschen binden lassen. Dass im städtischen Haushalt jetzt jährlich 25 000 Euro für sie bereit stehen, macht ihn froh. "Dahinter steht die Idee, dass man Jugendlichen etwas gibt, das ihr Ding werden kann", sagt er.
Inhaltlich ist Christian Wagner über die Nettetaler Jahre präziser geworden. Gleichzeitig muss er seine Ungeduld zügeln, wenn Sachverhalte klar sind, aber nicht selten durch Einzelinteressen gebremst werden. "Man muss mit den Befindlichkeiten einzelner zurecht kommen", räumt er ein. Aber es gibt Grenzen. "In einer Führungsposition steht man schon mal allein mit der Verantwortung da", sagt er fast beiläufig. Er scheut Konflikte nicht, wenn er von einer Sache überzeugt ist. Wagner hat sich damit arrangiert, dass der Bürgermeister von Nettetal in erster Linie den Mangel verwalten muss. Finanziell sieht er die Stadt "gut aufgestellt", aber auf Dauer umgeben von vielen Unwägbarkeiten und Gefahren, die man hier nur bedingt steuern kann. Gerade darum will er Spielräume nutzen, die Interessen und vor allem Bedürfnisse der Bürger aller Altersstufen zu berücksichtigen.
"Für die weitere Entwicklung der Stadt gibt es jetzt ein Zeitfenster von sechs Jahren. Darauf baut mein Konzept auf", sagt Wagner. Es umfasst die gesamte Stadt und bietet rückwärts gewandten Stadtteil-Eifersüchteleien keinen Platz. Wie überflüssig er solche Diskussionen hält zeigt, das er sich erst gar nicht daran beteiligt. "Es geht um die Zukunft von ganz Nettetal. Wir dürfen keine Zeit verlieren und begreifen, dass wir vor einem harten Wettbewerb der Städte stehen."
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