Nettetal: Seefest wird deutlich kleiner
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 17.04.2010Nettetal (RPO). Die Stadt speckt ihr zentrales Jubiläumsfest am Wittsee kräftig ab. Lautes Spektakel entfällt. Die Großveranstaltung des WDR im September macht den Entschluss leicht und besänftigt die Gegner.
Spiel, Sport und Spaß versprechen die Macher des Seefestes am 3. und 4. Juli den etwa 10 000 Besuchern, die an beiden Tagen am Wittsee erwartet werden. Das ganze Programm werde angemessen eingebettet in die sensible Natur, sicherte Roswitha Karallus von der federführenden Netteagentur dem Hauptausschuss jetzt zu. Den großen Rummel zur 40-Jahrfeier Nettetals überlässt die Stadt nun dem WDR, der seine Marketingshow Anfang September in Nettetal abziehen wird.
Rockparty gestrichen
Damit senken die Organisatoren nicht nur Kosten und Risiken des Seefestes. Sie nehmen auch Kritikern den Wind aus den Segeln, die sich gegen eine drohende Verrummelung Nettetaler Naturvermögens wandten. Denn vor allem der auf Party ausgelegte Freitagabend mit krachendem Punk und Rock für die Jugend ist gestrichen. Erreichen wollen die Veranstalter alle Nettetaler Bürger. Dazu entwickeln sie ein generationenübergreifendes Programm, das sportlich-unterhaltsam sein wird. Mitmachen werden Vereine und Institutionen aus allen Stadtteilen, im Mittelpunkt steht das familiäre Vergnügen.
Nettetal feiert
WDR-Fest Der Rundfunksender WDR2 sucht einen Ort in der Stadt, an dem sieben Bühnen aufgebaut werden können – eine Großbühne für die Show sowie sechs kleinere für andere Darbietungen. Die Technik liefert der Sender, die Örtlichkeit muss die Stadt liefern. Seefest Ohne Party und Rock-Contest bekommt die Veranstaltung familiäres Flair. Im Mittelpunkt stehen Wassersport und kulturelle Darbietungen. Vereine und Institutionen wirken aktiv mit.
Der Kulturkreis der Wirtschaft sponsert eine italienische Nacht mit leichter Opernmusik und sonntags einen Jazz-Frühschoppen. Wassersportler segeln und spielen Kanupolo. Die Show-Flächen reduzieren sich auf ohnehin versiegelte Bereiche, die ursprünglich einbezogene Liegewiese bleibt unangetastet.
"Das Naturerlebnis steht im Vordergrund", versicherte auch Bürgermeister Christian Wagner. Ihm sei die Entscheidung abzuspecken auch leicht gefallen, weil die unverhofft gewonnene WDR-Kampagne wesentlich mehr zum Bekanntheitsgrad der Stadt beitragen werde als jede noch so teure Veranstaltung. Am Donnerstag pilgerte eine Delegation durch die ganze Stadt, um geeignete Veranstaltungsorte zu finden. Ob Nettetal die erforderliche Infrastruktur liefern kann oder dafür tief in die Stadtkasse greifen muss, bleibt abzuwarten.
Der Stadt Attendorn blieb mangels solcher Orte im vergangenen Jahr nichts anderes übrig. Über die Kosten wollten die Politiker nach der ausführlichen Darstellung dessen, was alles nicht gemacht wird, ohnehin mehr wissen. Die Stadt hat im vergangenen Jahr eine Art Ausfallbürgschaft in Höhe von 100 000 Euro für die Jubiläumsveranstaltungen in den Jahren 2009/10 bereitgestellt. 60 000 Euro davon sind nach Wagners Angaben über Sponsoren und Konzessionserlöse bereits gedeckt. Für den Rest wird das schwierig, denn natürlich schöpfen alle Veranstalter der "Nettetal ist mehr…"-Reihe die verfügbaren Geldquellen aus. Wirtschaftskrise und Doppelveranstaltungen begrenzen die Zahl potenzieller Sponsoren. Das spürt auch die Stadt.
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