Nettetal: Sieben weitere Infizierte
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009Nettetal (RPO). 30 Menschen sind im Kreis Viersen inzwischen an Schweinegrippe erkrankt. Mediziner rechnen damit, dass die Zahl noch steigt. Krankenhäuser sind auf eine Pandemie vorbereitet. Erste Anlaufstelle bleibt aber der Hausarzt.
Die Schweinegrippe breitet sich rasant im Kreis Viersen aus: Von Montag auf Dienstag stieg die Zahl der Infizierten um sieben an. Damit sind insgesamt 30 Menschen im Kreisgebiet an der Neuen Influenza, wie die Schweinegrippe auch genannt wird, erkrankt.
18 sind es im Westkreis: Sieben Infizierte stammen aus Nettetal, neun aus Viersen, zwei aus Niederkrüchten. Die übrigen leben im Ostkreis. Diese Zahlen nannte Kreispressesprecher Kaspar Müller-Brinkmann gestern auf Anfrage. Die Reisewelle der Urlaubsrückkehrer, speziell aus Spanien, rollt und hat noch längst nicht den Höhepunkt erreicht hat. Deshalb rechnen Mediziner für die nächsten Wochen mit vielen weiteren Fällen hier im Kreis Viersen.
Schweinegrippe
Namen: Die Schweinegrippe heißt medizinisch H1N1, firmiert auch unter "Neue Influenza".
Ansteckung: Wie bei Schnupfen und grippalen Infekten über Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten)
Verlauf: Vergleichbar mit einer Grippe. In der Regel kurieren sich die Erkrankten in häuslicher Quarantäne.
Notfallpläne sind erstellt
"Es gibt keine Schwerpunktkrankenhäuser, die Kranke aufnehmen", so Müller-Brinkmann. Alle Krankenhäuser seien vorbereitet, und hätten Pandemiepläne für den Notfall erstellt. Erste Anlaufstelle für alle, die glauben infiziert zu sein, sei aber nach wie vor der Hausarzt.
"Auf jeden Fall vorher anrufen, nicht einfach vorbeischauen", appelliert Müller-Brinkmann an die Betroffenen. Nur so könnten die Nichterkrankten wirksam vor einer Übertragung der Infektion geschützt werden. "Die Hausärzte handhaben das unterschiedlich: Manche haben separate Untersuchungszimmer, andere machen Hausbesuche."
Im Nettetaler Krankenhaus wurden in den vergangenen 14 Tagen vier Fälle in der Notfallpraxis diagnostiziert. "Es waren überwiegend Urlaubsrückkehrer aus Spanien", sagt stellvertretender Pflegedienstleiter Stefan Russmann. Zwei Patienten verbrachten eine Nacht auf Station. Im Viersener AKH spricht Ärztlicher Direktor und Chefarzt Dr. Falk-Rüdiger Althoff von "mindestens zwei".
Der Umgang mit Erkrankten wie mutmaßlich Infizierten ist in beiden Hospitälern ähnlich: Um den Kontakt mit den übrigen Patienten zu unterbinden, werden sie in separaten Zimmern untersucht und behandelt. "Wir haben die Mitarbeiter noch mehr sensibilisiert, bei grippalen Infekten vorsichtig vorzugehen", so Stefan Russmann.
Mund- und Nasenschutz seien unerlässlich. "Vorbeugende und praktische Hygienemaßnahmen sind das A und O, um eine Ausbreitung zu verhindern", sagt auch Dr. Althoff. Im Nettetaler Krankenhaus wird über einen so genannten PCR-Test überprüft, ob eine Infektion vorliegt. Im Viersener AKH kommen sowohl Schnelltest als auch PCR-Test zum Einsatz. FRAGE DES TAGES
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