Nettetal: Singender Engel in Nettetal
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 14.09.2010Nettetal (RPO). Tommy Engel, ehemaliger Frontmann der Gruppe "Bläck Fööss", bewies am Sonntagabend auf Burg Bocholt, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Das Publikum sang seine "kölschen Tön'" begeistert mit.
Burg Bocholt: Geschichte pur, ein edles Gemäuer mit viel Stil. Tommy Engel: 100 Prozent Energie und kölsche Lebensart. Diese zwei Welten prallten am Sonntagabend aufeinander und verstanden sich dabei bestens. Sie vermischten sich zu einem unvergesslichen Abend für die Besucher.
Im ausverkauften Innenhof der Burg Bocholt in Nettetal herrschte eine einmalige Stimmung. Ob sitzend auf den dicht an dicht stehenden Stühlen oder am Rand an den Stehtischen mit den roten Windlichtern stehend – die Besucher waren begeistert. Das Ambiente der Burg und die Stimme von Engel vertrugen sich hervorragend. Wobei der ehemalige Frontmann der "Black Fööss" nicht nur Lieder zum Besten gab, sondern das Ganze mit Geschichten und Anekdötchen aus seiner nun mittlerweile 50-jährigen Bühnenerfahrung würzte.
Bläck Fööss
Die "Bläck Fööss" feiern in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen, dazu erschien 2010 auch ein Live-Album. Zu den bekanntesten Liedern gehören "Drenk doch eine met", "In unserem Veedel" oder "M'r losse d'r Dom en Kölle". Seit dem Weggang von Tommy Engel 1994 ist "Kafi" Biermann Frontmann der Gruppe.
Schließlich handelte es sich ja auch um die Tour zum 50-jährigen Bühnenjubiläum, mit der Engel seit einem Jahr unterwegs ist. Engel wurde 1949 in Köln geboren, er gründete die "Bläck Fööss" mit und war bis 1994 Frontmann der Gruppe. Seitdem ist Engel vor allem solo unterwegs und gibt Konzerte in großen Städten, sein 50-jähriges Bühnenjubiläum etwa feierte Engel im vergangenen Jahr am Kölner Tanzbrunnen.
Bei seinen Erzählungen kam auch ein Stück "Engel privat" herüber. Dass der kölsche Entertainer mit seinen 60 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört , stellte er schon mit seinen ersten Lied unter Beweis. Passend zum Wetter – wenngleich das dem Abend nichts anhaben konnte, da ein gigantischer blauer Schirm über dem Innenhof der Burg gespannt war – startete der Sänger mit "Ich han leever wenn et Sommer es". Es versteht sich von selbst, dass nahezu keiner der Gäste widerstehen konnte, den Refrain mitzusingen.
Begleitet wurde Engel vom musikalischen Leiter Jürgen Fritz (mit dem Engel auch die Dinnershow "Der Weihnachts-Engel organisierte) am Keyboard, Heiko Braun am Schlagzeug, Hans Maahn am Bass, Alex Olivari an der Gitarre sowie Piet Hupperten an der zweiten Gitarre und Elke Schlimmbach als Chorsängerin. Die kölschen Töne begeisterten. Wer kennt sie nicht, die Lieder von "Unserem Veedel", "Katrin" und "Du bes Kölle"? Selbst Hausmeister "Kaczmarek" fehlte nicht im bunten musikalischen Reigen des Sängers. Eins ist sicher: Solche Töne hat die Burg Bocholt bestimmt noch nie gehört.
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