Nettetal: Sirenenalarm ohne Feuer
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009Nettetal (RPO). Zur Großübung am städtischen Krankenhaus Nettetal rückte die Freiwillige Feuerwehr am Samstag aus. Vier von Flammen eingeschlossene Personen – das war nur ein Szenario für die Blauröcke. Der Einsatz klappte präzise.
Wehr im Krankenhaus
Großübungen Die Gesamtwehr von Nettetal hat am Krankenhaus bereits in den Jahren 1980, 1986 und 2004 Großübungen durchgeführt.
Begehungen Zwischendurch fanden immer wieder kleinere Übungen und Begehungen statt, in denen sich die Wehr mit den baulichen Veränderungen, zum Beispiel Neubau der zentralen Patientenaufnahme, ambulantes OP-Zentrum und Anbau der Nette-Vital, vertraut machte.
"Eine Übung größeren Ausmaßes, in der alle Einheiten der Feuerwehr Nettetal gefordert werden, ist von Zeit zu Zeit an diesem Objekt immer wieder einmal nötig, da es von Größe, Personal und Patienten her im Einsatzfall mit zu den kritischsten Gebäuden innerhalb Nettetals zählt", erklärte gestern Feuerwehr-Pressesprecher Dirk Heussen.
Als der Feueralarm um 14.35 Uhr am Samstagnachmittag über Brandmeldeanlage den Löschzug Lobberich erreichte, ahnte noch niemand, welches Ausmaß hinter dieser Alarmierung steckte. Bei Eintreffen des ersten Fahrzeuges drang Qualm aus dem Dachgeschoss des Uraltbaues in dem zum Innenhof gelegenen Teil des Gebäudes. Ein Feuer "wütete" im Dachstuhl des Obergeschosses, vier Personen sind von den Flammen eingeschlossen. Die so beschriebene Lage veranlasste den Gruppenführer des ersten Fahrzeuges, Hauptbrandmeister Bernd Benders, weitere Kräfte zu alarmieren. Daraufhin heulten die Sirenen in Hinsbeck, Breyell und Schaag. Schnell unterstützten die Herbeigerufenen ihre Lobbericher Kollegen bei Menschenrettung und Brandbekämpfung.
Bereitschaft am Windmühlenweg
16 Atemschutzträger suchten nach den vermissten Personen und rückten ins Innere des Gebäudes vor. Draußen bereiteten die übrigen Einsatzkräfte den Verletztensammelplatz und die weiteren Löscharbeiten vor. Da die Folgen des Brandes nicht abzusehen waren, alarmierte die Einsatzleitung die Löschzüge Leuth und Kaldenkirchen nach. Die postierten sich im Bereitstellungsraum am Windmühlenweg, um bei Bedarf die eingesetzten Kräfte zu unterstützen. Um einen koordinierten Einsatzablauf zu gewährleisten, veranlasste Wehrführer Leo Thönissen die Bildung von Einsatzabschnitten: Der erste Abschnitt befand sich im Innenhof unter Obhut von Lobbrichs Löschzugführer Jörg Peschkes. Den Zweiten auf der Sassenfelder Straße leitete stellvertretender Wehrführer Heinz-Willi Lehnen, im Bereitstellungsraum auf dem Windmühlenweg führte Breyells zweiter Löschzugführer Lars Kneifel die Aufsicht.
Nach einer Stunde endete die Übung. Im Abschlussgespräch zog Stadtbrandinspektor Thönissen ein sehr zufriedenstellendes Fazit: "In den ersten Minuten brauchten alle Einsatzkräfte ein wenig Zeit, sich mit der Situation zurechtzufinden, doch dann griffen alle Einsatzbefehle wie ein Präzisionsuhrwerk ineinander. Die geforderten Schwerpunkte Menschenrettung, Brandbekämpfung, Umsetzung des kreiseinheitlichen Funkkonzeptes und die Koordination der Einsatzkräfte im Bereitstellungsraum haben alle ohne nennenswerte Schwierigkeiten funktioniert."
Jörg Schneider, Geschäftsführer des Krankenhauses, dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und das Opfern des Samstagnachmittags. "Was sie hier heute gezeigt haben, hat mich sehr beeindruckt und zeigt mir, dass uns bei einem realen Einsatzfall ein verlässlicher Partner zur Seite steht", lobte er.
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