Nettetal: Soll es bei Sargpflicht bleiben?
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.11.2008Nettetal (RPO). Auf dem städtischen Friedhof in Kaldenkirchen soll ein Grabfeld für Bestattungen nach muslimischem Ritus reserviert werden. Der Ausländerbeirat ist seinem Ziel damit ein großes Stück näher gekommen.
Seit mehr als einem Jahr diskutiert der Ausländerbeirat mit der Stadtverwaltung die Bestattung muslimischer Bürger in Nettetal. Es zeichnet sich jetzt eine Lösung ab. Auf dem Friedhof in Kaldenkirchen soll ein Grabfeld reserviert werden. Die die rituelle Waschung von Verstorbenen soll ebenfalls möglich sein, berichtete Erster Beigeordneter Armin Schönfelder.
Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadt, der islamischen Gemeinde Lobberich und des Ausländerbeirats hatte lange nach einer Lösung gesucht. Zuvor hatten auf einer Unterschriftenliste rund hundert Muslime ihr Interesse an der Bestattung in ihrer Heimat Nettetal bekundet. Armin Schönfelder hielt in der Sitzung des Ausländerbeirats fest, dass die Beratungen sehr weit fortgeschritten sind.
Pflegerecht
Ruhezeiten Eine islamische Grabstätte wird nur einmal genutzt. In der Regel verfällt das Nutzrecht nach 25 Jahren, mitmilfe eines entgeltlichen Pflegerechts bleibt die Ruhestätte einmalig genutzt.
Mitglieder Der Ausländerbeirat wollte zwei neue Mitglieder verpflichten. Jolanta Piotrowska erklärte inzwischen schriftlich, sie habe kein Interesse mehr. Fikret Yildiz war nicht anwesend.
„Auf dem Friedhof in Kaldenkirchen befindet sich ein für muslimische Bedürfnisse geeigneter Abschnitt, auch für die rituelle Wäsche der Verstorbenen ist eine Lösung gefunden“, berichtete Schönfelder. Geregelt werden müssen nun noch etliche Details. Dazu gehört unter anderem die Nutzungsgebühr des Waschraumes.
Denn der muslimische Glaube sieht, anders als im christlichen Ritus, eine schnellstmögliche Bestattung vor. Die Arbeitsgruppe hat dazu eine eigene Vorgehensweise gefunden. Eine zweifache Leichenschau durch unabhängige Ärzte ermöglicht eine Bestattung frühestens am folgenden Nachmittag. „So lässt sich die in der Satzung festgelegte 48-Stundenregelung für Muslime aufheben“ erklärte Schönfelder. Er halte eine bundesweite Regelung für wünschenswert.
Lediglich zur Art der Bestattung gibt es noch Beratungsbedarf mit den betreffenden Gemeinden. Moslems werden ohne Sarg bestattete. Das Bestattungsgesetz NRW schreibt einen Sarg nicht zwingend vor, jedoch hat die Stadt Nettetal in der Friedhofssatzung die Sargpflicht festgelegt. „Wir können als Ordnungsbehörde eine Ausnahmegenehmigung erteilen, wenn die übrigen Bürger sich nicht durch diese Art von Bestattung gestört fühlen“, erläuterte Schönfelder.
Ein weiteres Thema der Sitzung waren Integrationsprojekte in Nettetal. So wird das Ergebnis einer Befragung von hundert Migrantinnen in das Projekt „Netzwerk für Frauen und Mädchen“ einfließen. Damit sollen Freizeit- und Bildungsangebote geschaffen sowie Nachbarschaftsnetzwerke geknüpft werden. René Penke, von der Gesellschaft zur Förderung der Beschäftigung des Kreises (GFB) stellte ein ähnliches Netzwerkprojekt vor. Die GfB baut derzeit eine fünfsprachige Internetseite auf,
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