Nettetal: „Spar-Watt-Energie“
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.07.2008Nettetal (RPO). Nettetals Grüne möchten gerne eine Initiative der Caritas im Bistum Aachen umsetzen: Langzeitarbeitslose werden Energiespar-Berater. Sie sollen in Hartz IV-Haushalten helfen, Kosten für Energie und Wasser zu senken.
„Spar-Watt-Energie“ ist kein falsch geschriebener Satz in niederrheinischem Dialekt, sondern ein Programm der Caritas im Bistum Aachen. Dahinter steckt die Idee, einen Energiesparservice aufzubauen, von dem sowohl Langzeitarbeitslose als auch die Städte und Gemeinden profitieren – und das Klima. „Wir möchten die Verwaltung beauftragen zu prüfen, ob das Projekt in Kooperation mit der Arge und der Caritas in Nettetal umzusetzen ist“, erklärt Guido Gahlings von den Grünen.
„Haushalte, die von Sozialtransfers leben, haben unter den steigenden Energiekosten besonders zu leiden. Und nicht immer gibt es dort überhaupt ein Bewusstsein, dass und wie man Energie sparen könnte“, erklärt der Ratsherr der Grünen. Ursprünglich entwickelte die Caritas in Frankfurt/Main den „Cariteam-Energiesparservice“ als Teil ihrer Beschäftigungsbetriebe. Im Herbst vergangenen Jahres griff die Caritas im Bistum Aachen die Initiative auf und entwickelte eine Rahmenkonzeption mit dem Titel „Spar-Watt-Energie“.
Der Sparstart
Rahmenkonzeption Erarbeitet hat sie die Diözesanarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit der Caritas im Bistum Aachen.
Sponsoring In Frankfurt gab es ein „Starterpaket“ (z.B. mit Energiesparlampen und Wasserspardüsen) durch Sponsoring kostenfrei als Grundausstattung. Hinzu kommen eine Software und eventuell ein „Musterkoffer“.
Die Grünen unterstützen den Gedanken, langzeitarbeitslose Menschen für Energie- und Wasserspartechnik zu qualifizieren. Dieses Wissen sollen sie dann weitergeben an Hartz IV-Haushalte. „Gerade Haushalte, die von Sozialtransfers leben, haben unter den steigenden Energiekosten zu leiden“, merkt der Fraktionsvorsitzende Markus Tillmanns an. Das Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Energie und Wasser zu wecken und die Umsicht damit zu fördern, soll Aufgabe der Energiespar-Berater werden. „Die Berater sollen auf freiwilliger Basis den Haushaltsenergie-Verbrauch analysieren und dann ganz gezielt Sparmaßnahmen vorschlagen“, fügt Gahlings hinzu. Die Grünen hoffen, dass das Kombilohn-Modell angewandt werden kann.
In Aachen, Düren, Heinsberg und Krefeld hat die Caritas bereits Träger gefunden, die den Energiesparservice mit den Kommunen aufbauen möchten. Im Kreis Viersen ist die mögliche Trägerschaft noch nicht geklärt. Maximal zwölf Personen, aufgeteilt in Zweier-Teams sollen den Energiesparservice bilden. Jeder Teilnehmer sollte 15 bis 30 Wochenstunden leisten und von der Verwaltung unterstützt werden.
Die Caritas schlägt vor, die künftigen Berater für zwölf Monate einzusetzen und sie vorher umfassend zu schulen. Erwartet wird, dass ihre Vermittlung in Unternehmen mit diesem Themenspektrum – vom Handel bis zum Handwerk – gefördert werden könnte.
In Frankfurt wurden so 54 Euro pro Jahr und Haushalt weniger im Wasserverbrauch ausgegeben, gar 60 Euro waren es bei den Heizkosten. Fünf bis sechs Teams können bei einer durchschnittlichen Beratungsdauer von zwei Tagen bis zu 500 Haushalte pro Jahr erreichen. Rein rechnerisch könnten die kommunalen Ausgaben für Heizung/Unterkunft um etwa 30 000 Euro im Jahr gesenkt werden.
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