Nettetal: Sprünge über die eigene Angst
VON ROBERT RIST - zuletzt aktualisiert: 31.12.2009Nettetal (RPO). Mut und Ausdauer beweist eine Gruppe Jugendlicher nicht nur bei ihrem Hobby BMX- und Skateboardfahren. Sie wollen für eine neue Rampenlandschaft sechs bis sieben Tausend Euro zusammenbekommen.
Auf den ersten Blick wirkt die Gruppe der Jugendlichen nicht wie hartnäckige, kreative Streiter für einen Traum. Mit Schirmmützen verkehrt herum oder seitlich auf den Kopf reden sie unverblümt über ihr Hobby. "Jede Sekunde, die ich nicht arbeite, esse trinke oder auf dem Klo bin, verbringe ich auf meinem BMX", erzählt Björn Bachelier.
Der 19-Jährige ist einer von fünf Jugendlichen, die sich in den Räumlichkeiten von Sozialarbeiterin einmal die Woche treffen. Planungsteam nennen sie sich. Sie wollen versuchen "sechs bis sieben Tausend Euro" wie Björn hofft, für die geplante neue Rampenlandschaft in Kaldenkirchen einzunehmen.
Dafür organisieren sie für den 20. März ein Konzert in der Arche, bieten BMX- und Skateboard-Workshops für Zehn- bis Zwölfjährige an und sollen sogar im Auftrag von Bürgermeister Christian Wagner einen Imagefilm über Nettetal drehen. Natürlich ist ihr Engagement vollkommen ehrenamtlich, es geht ihnen nur um die Verbesserung der Rampenlandschaft.
Mut belohnen
Gelände Die Rampenlandschaft soll an der Sandfeldstraße in Kreuzmönchdorf entstehen.
Kosten Nach ersten Schätzungen kostet sie 13000 bis 20 000 Euro.
Unterstützung Ein Spendenkonto hat die Pfarre St. Sebastian Lobberich eingerichtet: 40 102 345 bei der Sparkasse Krefeld (BLZ 320 500 00) Stichwort: Streetwork Skater-BMX-erg.
Information Marie-Luise Hellekamps, Tel. 0177 8213197, E-Mail: streetwork-nettetal@online.de.
"Wenn wir Angst hätten, würden wir das gar nicht erst versuchen", weiß Björn zwar um die Gefahren des Vorhabens, denkt aber wie der Rest der Gruppe nicht ans Scheitern. Rückendeckung haben sie von einer Szene von rund 100 Fahrern, Marie-Luise Hellekamps und sogar Bürgermeister Christian Wagner. Nachdem sie ihn in seiner Sprechstunde auf die unzureichende Bahn aufmerksam gemacht haben, hat Wagner ihnen Unterstützung zugesagt.
"Es ist das Wissen, dass es wehtut, wenn du den Trick nicht hinbekommst", beschreibt Björn seine Extremsportart. Den Schmerz nehmen sie in Kauf, für den Kick über die eigenen Fähigkeiten stetig zu verbessern. Die Gruppe liebt ihr Hobby. Neben Mut, Ausdauer und Geduld benötigen die BMX- und Skateboardfahrer aber noch einen Schraubenschlüssel für ihr Hobby.
"Es muss halt immer etwas gebastelt werden", erklärt Jan Hüskes, einer der wenigen, die sowohl BMX als auch Skateboardfahren. Denn sicher sind sich alle, dass alleine fahren überhaupt keinen Spaß macht. Und noch eine Sache eint die sonst so unterschiedliche Gruppe der BMX-Fahrer und Skateboarder: "Inline-Fahrer und Kinder auf City-Rollern können wir nicht ausstehen", sagt Jan.
Mit Hilfe ihrer neuen Rampenlandschaft wollen sie hoch hinaus. "Wir wollen konkurrenzfähiger werden", berichtet Björn. Denn nur mit höheren Anforderungen können sich die Fahrer verbessern. Dafür sind sie bislang nach Venlo oder Düsseldorf gefahren, "aber jetzt hat sogar die Halle in Venlo zugemacht", bedauert Jan.
Natürlich sind bei den hartnäckigen Plänen schon Anschlussprojekte in der Überlegung: "Licht und eine Überdachung für die neue Rampenlandschaft wären der konsequente nächste Schritt", sagt Jan und lacht. FRAGE DES TAGES
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