Nettetal: Stadt stört wildes Plakatieren
zuletzt aktualisiert: 28.04.2008Nettetal (RPO). Die wilde Plakatiererei in der Stadt und außerorts gefällt mittlerweile auch der Stadtverwaltung nicht mehr. Sie will dagegen vorgehen, aber Geschäftsleute andererseits nicht allzu sehr verärgern. Damit sei sie gut beraten, hieß es im Ausschuss für öffentliche Ordnung und Sicherheit. Schließlich seien Unternehmen auf Außenwerbung angewiesen.
Wie weit sie dabei gehen kann, wird im Rathaus noch ausgelotet. Für viele Bürger sind die optischen Schmerzgrenzen allerdings schon lange überschritten. Es gibt kaum noch einen Lampenmast, an dem nicht irgendwelche Veranstaltungshinweise hängen. Und dass weithin sichtbare Werbung an städtischen Anlagen, an qualifizierten Durchgangsstraßen und an anderen strategisch günstigen Orten bisher weitgehend milde geduldet wurden, dürfte den Wildwuchs noch gefördert haben.
Auf die Einhaltung rechtlicher Vorschriften wird die Verwaltung auch künftig verstärkt achten, verkündete Erster Beigeordneter Armin Schönfelder. Andererseits erlaube das Verwaltungsrecht „Fingerspitzengefühl und Augenmaß“. Er suche einen Weg, den die werbenden Betriebe mitgehen könnten. Darum bat ausdrücklich Hans-Dieter Heimes (SPD), der der Verwaltung einen letztlich unverbindlichen Rahmen empfahl: Werbende Unternehmen nicht zu verprellen und andererseits dafür zu sorgen, dass das Stadtbild nicht verschandelt wird. Wie das gehen soll, wurde nicht weiter aufgeführt. Samthandschuhe packte auch Christian Stein (CDU) aus: Die Verwaltung solle gefälligst „keine massive Attacke“ fahren. „Man muss Rücksichten nehmen“, fuhr er fort. Wie die zu definieren sind, wo Rücksicht beginnt und Verschandelung aufhört – das darf die Verwaltung nun ausbauen.
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