Nettetal: Strahlend zur Arbeit
VON WILJO KRECHTING - zuletzt aktualisiert: 17.08.2009Nettetal (RPO). Nadine Bejaoui ist Röntgenassistentin im Krankenhaus Nettetal. Die Arbeit macht ihr großen Spaß,
was sowohl an der technischen Ausrüstung als auch an den psychologischen Herausforderungen liegt.Angst vor Röntgenstrahlung? "Nein, die hat hier keiner von uns", sagtt Nadine Bejaoui und lacht. Und das einzige, was dabei strahlt, ist das Lächeln der Röntgenassistentin. Trotzdem: "Wir tragen hier alle vorsichtshalber ein so genanntes Dosimeter, mit dem die Strahlendosis ständig gemessen wird", erklärt Bejaoui und zeigt auf ein blaues Kästchen an ihrem Kasak. Nadine Bejaoui ist Röntgenassistentin im Krankenhaus Nettetal. Und sie liebt ihren Beruf sehr: "Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich, es macht mir einfach Spaß hier zu arbeiten", schwärmt die Kempenerin.
Was macht eine Röntgenassistentin genau? "Wir röntgen hier alle Patienten, untersuchen damit Knochenbrüche und Tumore, spritzen Kontrastmittel, organisieren ganze Untersuchungsreihen und vieles mehr", sagt Bejaoui. Besonders Spaß mache es der Allrounderin, wie übrigens allen anderen Kollegen in der Röntgenabteilung auch, am CT zu arbeiten. In der Röntgenabteilungangestellt sind übrigens vier Vollzeit- und fünf Teilzeitkräfte.
Infos zum Röntgen
Röntgen Die klassische Form ist das simple Durchleuchten des Körpers mir radioaktiven Strahlen
Computertomografie Die CT ist ein spezielles Röntgenverfahren, das der Physiker Alan Cormack und der Ingenieur Godfrey Hounsfield im Jahr 1972 entwickelten.
Dosimeter Einmal im Monat kontrolliert das zuständige Landesamt für Strahlenschutz die Dosimeter.
Modernstes CT am Niederrhein
"Unser CT ist das modernste am Niederrhein und 16-fach schneller als normale CTs. Die Kollegin und ich sind alle ganz wild darauf, damit zu arbeiten", erklärt Bejaoui mit einer gehörigen Portion Stolz und einem Augenzwinkern. Zur Demonstration zeigt sie auf einem Computerbildschirm die dreidimensionale Darstellung eines Schultergelenk-Bruches, der per Mausklick von allen Seiten fotorealistischbetrachtet werden kann. Modernste Computertechnologie macht es möglich. Doch trotz aller Technik läuft ohne die zwischenmenschliche Kompetenz in medizinischen Berufen gar nichts. "Wir müssen ja schließlich auch auf die Patienten eingehen. Da kommt es auf das psychologische Feingefühl an", sagt Bejaoui.
Ob es eine Sache gibt, die sie nicht so gern mag? "Naja, am Vatertag waren zum Beispiel sehr viele Betrunkene hier, die sich Verletzungen bei einem Sturz zugezogen hatten. Das war schon recht stressig", erinnert sich die 32-Jährige. Außerdem müsse sie immer schlucken, wenn sie einen inoperablen Tumor bei einem Patienten entdeckt. "Das ist dann schon sehr heftig.
Trotz solcher Situationen war es für Nadine Bejaoui immer klar, dass sie im medizinischen Bereich arbeiten wollte. Nach der Schule hat sie eine Lehre zur Arzthelferin gemacht; dann die Zusatzausbildung zur Röntgenassistentin. "Meine Mutter arbeitet in der Chirurgischen Ambulanz in Kempen und vier meiner fünf Tanten sind im medizinischen Bereich tätig. Irgendwie liegt es bei uns in der Familie."
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