Nettetal: Strategien für die Zukunft
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 10.09.2009Nettetal (RPO). Seit etwas über zwei Monaten ist Jörg Schneider neuer Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses Nettetal. Der 42-Jährige möchte das Hospital zur zentralen Anlaufstelle für Gesundheitsfragen machen.
Von seinen Bürofenstern hat Jörg Schneider eine Panoramaaussicht auf die Idylle Sassenfelder Klein- und Großgärten. Doch dafür hat der neue Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses Nettetal kaum einen Blick. Keine Zeit. Der Terminkalender ist voll.
Seit etwas über zwei Monaten ist Jörg Schneider im Amt. Nach eineinhalb Jahren Interimsphase, in denen Bürgermeister Christian Wagner das Haus leitete, hat das Krankenhaus wieder einen hauptamtlichen Geschäftsführer. So wundert es nicht, dass Jörg Schneider äußerst freundlich empfangen wurde. "Alle waren sehr froh und sehr offen", sagt der Geschäftsführer über seinen beruflichen Start in Nettetal. Auch privat lief für Familie Schneider das Ankommen in Lobberich glatt. "Wir fühlen uns sehr wohl hier und sind herzlich in der Nachbarschaft aufgenommen worden", erzählt Jörg Schneider mit einem Lächeln.
Auf hohem Niveau
Alles in allem gute Voraussetzungen, um als neuer Krankenhaus-Chef durchzustarten: Dem Nettetaler Krankenhaus bescheinigt Schneider, eine Infrastruktur auf hohem Niveau zu besitzen. "Was jetzt an anderen Häusern Thema wird, ist hier bereits Standard", sagt er. Und deshalb gehe es jetzt vor allem darum, das Krankenhaus auf Erfolgskurs zu halten.
Wie das geschehen soll, will Schneider bis Ende des Jahres in einem Strategiepapier festlegen. Dafür schaut er sich derzeit genau in seinem Haus um, spricht mit Mitarbeitern, möchte sie und ihrer Ansichten kennenlernen.
Als Stärke des Nettetaler Hospitals sieht er "die Vorzüge eines kleinen persönlichen Hauses in Verbindung mit einer hervorragenden pflegerischen Ausstattung". Genau diesen Vorzug möchte Schneider künftig offensichtlicher hervor streichen. Ziel sei es, den Patienten zu verdeutlichen: "Man muss nicht bis nach Mönchengladbach fahren, sondern kann sich sehr gut hier vor Ort behandeln lassen." Gleichzeitig soll die Vernetzung mit anderen Krankenhäusern ebenso intensiviert werden wie mit niedergelassenen Ärzten. "Dahinter steckt die Idee, das Krankenhaus zur zentralen Anlaufstelle für Gesundheitsfragen zu machen", erläutert Jörg Schneider. Durchaus denkbar wäre es da, dass niedergelassene Ärzte nicht nur die OP-Kapazitäten für nutzen, sondern im Haus selbst Praxisräume anmieten. So könnten die Wege für die Patienten verkürzt werden sowie ambulanter und stationärer Bereich enger zusammenrücken. Darüber hinaus möchte Schneider Behandlungsschwerpunkte weiterentwickeln.
Auch wenn das Nettetaler Krankenhaus gut aufgestellt ist, der Kostendruck ist da. Feshalb gebe es etwas zu optimieren., Jörg Schneider formuliert es so: "Wie kann hier noch effizienter und wirtschaftlicher gearbeitet werden, ohne dass das auf Kosten der medizinischen Qualität geht?". Dieser Frage wird den neuen Geschäftsführer in den nächsten Monaten beschäftigen.
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