Nettetal: Streit um Miete eskaliert
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 22.04.2009Nettetal (RPO). Wieder einmal Ärger mit dem Vermieter hat der Verein "Helfende Hände". Willi Terstappen klagt über mindestens 10.000 Euro an Mietschulden, blockierte Parkplätze und ein "vollgemülltes Lager". Alles Quatsch, sagt der Verein.
Die Nerven liegen blank. Bei allen Beteiligten. Das ist aber schon die einzige Gemeinsamkeit, die Renate Verhalen und Birgit Dlugay mit Willi Terstappen noch teilen. Der Verein "Helfende Hände" hat wieder einmal Streit mit dem Vermieter. Diesmal mit dem neuen. Es geht um angebliche Mietschulden, angebliche Bedrohungen, blockierte und abgeschleppte Autos. Oder um es mit Vermieter Willi Terstappen zu sagen: "Hier ist Palaver."
"Ich habe versucht, der Dame zu helfen", sagt Terstappen. "Ich muss geistig umnachtet gewesen sein." Im November 2008 hatte der Verein die neuen Räume bezogen – ein Ladenlokal in Dyck und ein Lager in Bocholt. Zuvor hatte "Helfende Hände" eine angemietete Halle in Kaldenkirchen räumen müssen.
Streit um Brandschutz
Das Ordnungsamt der Stadt hat die Lagerhalle überprüft, sagt Stadtpressesprecher Christoph Kamps. Rettungswege seien zugestellt gewesen und Feuerlöscher hätten gefehlt. Beim zweiten Besuch innerhalb weniger Tage seien diese Mängel behoben gewesen. Brandschutztechnisch sei jetzt alles in Ordnung.
Der Neuanfang in Lobberich erschien hoffnungsvoll. Willi Terstappen engagierte sich in dem Verein, wurde zweiter Vorsitzender. Seine Frau übernahm laut Terstappen das Amt der Kassiererin. Allerdings nicht für lange. Nach 14 Tagen trat das Ehepaar aus dem Verein wieder aus. "Er durfte nicht so schalten und walten, wie er es wollte", sagt Birgit Dlugay, kommissarische zweite Vorsitzende des Vereins. Nach Terstappens Austritt eskalierte die Situation.
"Die Lagerhalle ist voller Müll"
Terstappen behauptet, der Verein habe bei ihm "mindestens 10 000 Euro Mietschulden". Er habe nur zwei Monatsmieten erhalten. "Außerdem ist die Lagerhalle voller Müll." Der Brandschutz sei nicht mehr gewährleistet. Zusätzlich in Harnisch bringt ihn, dass die Vereinsmitglieder auf dem Gelände vor dem Ladenlokal ihre Autos parken. "Sie haben nur den Laden gemietet, nicht die Parkplätze", sagt er. Diese würden von seinen Mitarbeitern benötigt, seien jetzt aber blockiert. Terstappen stellte Container auf, die die Zufahrt verrammeln und auch Autos der Vereinsmitglieder festsetzen. Vergangenes Wochenende ließ er einen Wagen abschleppen. Die Container, so sagt Renate Verhalen, machen dem Verein das Geschäft kaputt. "Sie schrecken Neukunden ab und Stammkunden fragen uns, ob wir schon ausziehen", sagt Birgit Dlugay.
"Es ist alles an den Haaren herbeigezogen", sagt Dlugay zu Terstappens Vorwürfen. Der Verein habe stets Miete gezahlt. Nicht zum 3. eines Monats, sondern nach und nach bis Monatsende. So stehe es auch im Mietvertrag. Das sei wegen der hohen Kosten für den Verein nicht anders möglich. "Aktuell zahlen wir keine Miete", erklärte sie weiter. Dies sei eine Reaktion auf Terstappens Container-Blockade. Schließlich könnten sie auch ihr Lager in Bocholt nicht mehr betreten. Gleiches gelte für die Parkplätze vor dem Laden. Die Vorwürfe eines vollgemüllten Lagers wollte sie auch nicht auf dem Verein sitzen lassen. "Das Lager ist mal voll, dann ist es wieder leerer", sagt sie. "Es ist ein Rein-Raus-Geschäft."
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