Nettetal: Stromdiebe erwischt
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 26.02.2009Nettetal (RPO). Die Stadtwerke haben Strafanträge gegen Bürger aus Kaldenkirchen und Lobberich gestellt. Beide sollen im großen Stil über über einen recht langen Zeitraum beträchtliche Mengen Strom gestohlen haben.
Das Schwimmbecken war immer beheizt, das Haus erstrahlte in Festbeleuchtung. Jetzt ist es überall zappenduster. Der üppige Umgang mit Strom hat einem Kaldenkirchener einen Strafantrag der Stadtwerke eingehandelt. Das Unternehmen wirft ihm vor, über einen langen Zeitraum enorme Mengen Strom gestohlen zu haben.
"Es handelt sich um einen größeren Fall, der uns durch eine anonyme Anzeige bekannt wurde", berichtet der Justiziar der Stadtwerke, Peter Klocke. Allerdings sei das kein Einzelfall. Kürzlich erwischte das Unternehmen einen Lobbericher, der ebenfalls kräftig Strom am Zähler vorbei abgezapft hatte.
Tricks der Diebe
Abzweigung In Kaldenkirchen sollen die Stadtwerke mehr als ein halbes Dutzend Abzweigungen entdeckt haben, die nicht durch den Zähler liefen.
Zähler Nicht selten werden Zähler so manipuliert, dass sie langsamer laufen. Es gibt den Verdacht, dass Stromdiebe ihre Apparaturen vorübergehend abbauen, wenn der Verbrauch abgelesen wird.
Kriminelle Energie
Klocke sieht bei dem Kaldenkirchener "eine Menge krimineller Energie" im Spiel. Wie der Mann die Stadtwerke betrog, sagt er nicht, nur: "Da ist ein umfangreicher installatorischer Aufwand betrieben worden." Der Mann habe auf sehr großem Fuß gelebt – womöglich auch dank der Stromklauerei. Sollten die Beweise stichhaltig sein, erwartet den Stromdieb eine empfindliche Strafe. "Das ist gemeinschädliches Verhalten. Wir stellen wir immer Strafantrag. Wir kappen die Lieferung, wenn jemand uns die Stromrechnung nicht bezahlt. Trifft es die viel zitierte arme alte Frau, hagelt es Kritik. Für einen Dieb kennen wir keine Toleranz. Er handelt auf Kosten aller Stromkunden", erklärt der Jurist.
Manipulation lasse sich nachweisen. "Wir rechnen den Verbrauch nach", fügt Klocke hinzu. Es sei schwierig, den Zeitraum zu ermitteln, aber nicht unmöglich. Meist fänden sich brauchbare Hinweise. Dann wird die Rückrechnung teuer. Die Stadtwerke berechnen für jedes im Haushalt gefundene Gerät einen täglichen Stromverbrauch von zehn Stunden.
Im vorliegenden Fall soll es um einen sehr hohen fünfstelligen Eurobetrag gehen. Mit Einzelheiten wollen die Stadtwerke nicht herausrücken. Allerdings: "Es kann sein, dass das schon einige Jahre so gelaufen ist", meint Klocke.
Die Stadtwerke ziehen Lehren aus diesen Fällen. Sie werden "systematischer als bisher prüfen. Dabei stellen wir unsere Kunden nicht unter Generalverdacht. Vielmehr wollen wir ehrliche Kunden davor bewahren, für schwarze Schafe zahlen zu müssen." Das gilt auch für den Bezug von Frischwasser. Hier hat es ebenfalls oft Betrug gegeben. Da wird die Wasseruhr manipuliert oder schlicht aus dem eigenen Brunnen heimlich Brauchwasser gefördert. Damit wird die Allgemeinheit dann um Kanalgebühren geprellt. FRAGE DES TAGES
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