Nettetal: Suche nach einem Weg für Hertie geht weiter
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 10.06.2009Nettetal (RPO). Mit 500 Unterschriften im Gepäck machte sich Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel gestern auf den Weg nach Frankfurt. Sein Ziel war die Deutsche Bank, wo 40 Bürgermeister, in deren Städten Hertie eine Filiale unterhält, mit Jürgen Fitschen, Deutschland-Chef und Vorstandsmitglied, über die Zukunft des eigentlich schon für Tod erklärten Warenhauskonzerns sprachen. Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel vertrat Bürgermeister Christian Wagner, der verhindert war. "Wir haben eine wichtige Botschaft in Richtung Deutsche Bank getragen", sagte Sagel nach dem Gespräch. "Wir brauchen den Einsatz und die Kompetenz der Deutschen Bank, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen."
Genau das soll so schnell wie möglich geschehen. Jürgen Fitschen versprach, die Deutsche Bank werde sich "im Rahmen ihrer Möglichkeiten" dafür einsetzen, dass für die Hertie-Standorte "konstruktive Lösungen" gefunden werden. So sei die Deutsche Bank bereit, ein Gespräch zu moderieren, bei dem die Eigentümer, der Insolvenzverwalter, mögliche Investoren und Vertreter der Kommunen nach Möglichkeiten suchen. Die Deutsche Bank verwaltet den Kredit, der dem britischen Immobilien-Investor Dawnay Day erteilt wurde, ist aber selbst kein Geldgeber.
Für Sagel ist der versprochene Runde Tisch ein Erfolg. "Wir haben vor Ort bislang keinen greifbaren Eigentümer. Mit wem sollen wir über die Entwicklung der Immobilie reden?" Das könne sich nun ändern. Ob Hertie selbst noch eine Chance hat? "Man muss über alle Möglichkeiten reden." Für Sagel lautet die Botschaft an die Hertie-Mitarbeiter in Lobberich: "Die Deutsche Bank ist mit im Boot und mit anderen Beteiligten am Zuge."
Inzwischen wurde die Belegschaft von Hertie in Lobberich von einem Mitarbeiter der Arbeitsagentur besucht. "Er sagte uns, die Lage im Einzelhandel ist nicht schlecht", so Betriebsratsvorsitzende Karin Stieger. "Wir haben aber die bittere Erfahrung gemacht, dass das für uns nicht zutrifft." Die Mehrzahl der Beschäftigten sei über 40 und über 50 Jahre. "Wir sind zu alt." Die Resonanz auf die zahlreichen Bewerbungen, die die Beschäftigten seit Wochen verschicken, sei immer die gleiche: "Es rasselt Absagen." FRAGE DES TAGES
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