Nettetal: "Südlich der Kirche" zu Hause
zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Nettetal (RPO). Manfred Meis, Vorsitzender des VVV Leuth: Dreißig Jahre bevor Nettetal administrativ aus der Taufe gehoben wurde, bin ich in Lobberich geboren worden. Über München, Köln und Arsbeck kam ich Mitte 1970, als Nettetal noch in der Wiege lag, nach Leuth, wo ein Haus sehr günstig zu mieten war.
"Wer den Tod nicht scheut, der zieht nach Leuth", meinten damals die Lobbericher im etwas überheblichen Tonfall eines Städters.
Meine Familie und ich – wir haben bis jetzt überlebt und mit etlichen anderen Lobberichern inzwischen "südlich der Kirche" auf eigenem Grund und Boden neu gebaut – in hervorragender Nachbarschaft mit alten und neuen Leuthern. Beruflich war ich schon in der Vor-Nettetal-Phase wieder hier und habe das Werden und Wachsen der neuen Stadt journalistisch begleitet, bis sie dann im Twenalter war.
Mit der neuen Stadt verband sich die Hoffnung, dass in der damaligen Zeit des unbegrenzt erscheinenden Wachstums von der Politik weitsichtiger geplant und von der Verwaltung die Steuergelder so effizient wie möglich eingesetzt werden. Nicht alle Blütenträume reiften, doch meine ich, dass eine größere Stadt die richtige Antwort war auf eine juristisch immer komplizierter werdende öffentliche Daseinsvorsorge; auf der anderen Seite wuchs die Mobilität der Bürger, wurde die Kommunikation immer einfacher und enger.
Von 1969 beschworenen Mentalitätsunterschieden zwischen Hinsbeckern, Lobberichern und Breyellern weiß die Jugend von heute nichts mehr. So akzeptieren heute selbst alteingesessenen Leuther, dass ein früherer Lobbericher an der Spitze ihres Verkehrs- und Verschönerungsvereins steht, um dafür einzutreten: "Unser Dorf hat Zukunft". In Nettetal. In der Region.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


