Nettetal: Trend schwächt sich ab
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.11.2008Nettetal (RPO). Das Beschäftigungs- und Leistungszentrum im Nettetaler Rathaus nutzt zahlreiche Instrumentarien, um Kunden den Weg zurück ins Arbeitsleben zu ebnen. Erfolgreich ist bisher das Programm „50fit“ für ältere Arbeitnehmer.
Freunde machen sich Günter Flüggen und seine Kollegen im Beschäftigungs- und Leistungszentrum (BLZ) im Untergeschoss des Nettetaler Rathauses nicht. Ihre Kunden fühlen sich oft gegängelt und grundsätzlich schlecht behandelt. Ob das so ist, lässt sich nur schwerlich herausfinden. Denn für viele Kunden des BLZ ist ein Lebenstraum geplatzt – für manche schon bevor er überhaupt ansatzweise geträumt werden konnte.
Die Zahlen für Nettetals Arbeitsmarkt waren im September noch ermutigend. Mit 6,4 Prozent lag die Quote der Arbeitslosigkeit eher niedrig. 1496 Menschen (Vorjahr 1794) waren arbeitslos, 964 (1119) von ihnen waren allerdings bereits als Langzeitarbeitslos eingestuft – und damit nicht mehr bei der Agentur für Arbeit, sondern bei der Arge registriert.
BLZ Nettetal
Mitarbeiter Das BLZ im Rathaus in Nettetal hat 33 Mitarbeiter. 14 haben zeitlich befristete Arbeitsverträge, die spätestens bis Ende 2010 ablaufen.
Leistungsbezieher Nach Angaben von BLZ-Leiter Günter Flüggen sind zwei Drittel der Leistungsbezieher nicht arbeitslos, sondern werden aus anderen Gründen gefördert.
Bemerkenswert gut gegriffen hat nach Angaben von Günter Flüggen in all den verfügbaren Instrumentarien ein Gemeinschaftsprojekt der Argen in den Kreisen Viersen und Kleve unter dem Titel „50fit“. Gestützt vom Arbeitsministerium des Bundes und der Perspektive 50plus waren Ende September 79 Nettetaler in diesem Programm. Sie sind über 50 Jahre alt und werden entsprechend gefördert, um sie wieder in Arbeit zu bringen. Betreut werden die Teilnehmer von der Gesellschaft zur Förderung von Beschäftigung Kreis Viersen (GFB).
Flüggen berichtete jetzt, dass bereits mehr als 20 Teilnehmer über dieses Programm in reguläre Arbeitsverhältnisse vermittelt werden konnten. Er sei zuversichtlich, dass da noch mehr möglich sei, fügte er hinzu. Im Verhältnis zu allen anderen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet habe Nettetal sogar die meisten Aufnahmen verzeichnet. Absolut hatte nur Viersen (150) dies übertroffen. „In der Zahl spiegelt sich das starke Engagement der hiermit koordinierend beauftragten Kollegen des BLZ Nettetal in Zusammenarbei mit den anderen Vermittlern im BLZ Nettetal wider“, stellt Flüggen fest.
Seit Jahresbeginn hat das BLZ Nettetal inzwischen mehr als 300 Menschen in Arbeit oder Ausbildung vermittelt. Etwa 50 Vermittlungserfolge betrafen Jugendliche und junge Erwachsene im Alter bis 24 Jahre. In Nettetal gibt es derzeit 16 Träger für 112 Beschäftigte in Ein-Euro-Jobs. Im vergangenen Jahr wurden 25 von ihnen mithilfe dieses Instruments direkt in Arbeit vermittelt.
Die Zukunft beurteilt das BLZ Nettetal eher zurückhaltend. „Wir sind nicht mehr so hoffnungsfroh“, bekannte Flüggen, der Vermittlungstrend schwäche sich im Augenblick erkennbar ab.
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